Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510382
Bildnisse Julias 
II u. 
Hzdericzfs 
1'073 
Zllantua. 
175 
eine heilige Familie, die auch unter dem Namen Madonna 
di Loreto bekannt ist, da sie sich nachmals im Schatze je- 
ner Kirche befand; jetzt ist sie verschollen. Maria (halbe 
Figur) steht vor einem Bette, auf welchem das Christkind 
liegt. Eben hat sie nun den Schleier gelüftet, der dasselbe 
bedeckte, und der erwachte Knabe, den sie liebreich be- 
trachtet, streckt lebhaft seine Ärmchen aus, wodurch Seine 
Gestalt sich in ihrer ganzen Schönheit zeigt. Dem reizen- 
den Bild der mütterlichen Pflege ist noch ein Joseph bei- 
gegeben, der hinter der Jungfrau, auf einen Stab gestützt, 
dem Bilde Rundung und Fülle verleiht. Vasari und noch 
Sandrart sahen es bei hohen Festen in besagter Kirche in 
Rom, nebst einem Portrait des Papstes Julius II "ausgestellt, 
welches gleichfalls von Rafaefs Hand um dieselbe Zeit wie 
die heilige Familie entstanden war und ein Geschenk des 
Papstes an die Kirche gewesen sein dürfte, da er sie be- 
sonders begünstigte. In diesem herrlichen Bildniss, nun im 
Palast Pitti zu Florenz, sehen wir den Fürsten zwar schon 
alt, aber noch voll Energie die beiden Arme des Lehnses- 
sels fassend, gleichsam im Begriffe zu neuen Thaten aufzu- 
stehen. Wenn Vasari sagt, es sei so lebendig und wahr 
gemalt, dass man den Papst selbst zu sehen glaube und 
dass man sich vor ihm fürchte, so ist damit nicht zu ver- 
stehen, als habe ihn Rafael l1ier., wie in seinen Frescoma- 
lereien im Charakter eines gebieterischen, Furcht erregen- 
den Herrschers dargestellt, sondern er zeigt ihn uns hier 
in einem ruhigern Moment, wie es bei einem Portraite an- 
gemessen ist, obgleich daraus die ganze Individualität sei- 
nes kräftigen und ilnternehmenden Charakters durchblickt. 
Zwei andere Portraite, welche Rafael um dieselbe Zeit 
malte, sind die des jungen Marchese Federico von Mantua 
und des Parmesan, des Papstes Liebling. Ersteres, dessen 
lange Haare ein rothes Barett bedeckt, kam mit den Ge- 
mälden aus Mantua in die Sammlung des Königs von Eng- 
land KarYs I, und soll nach vielen Wanderungen nach 
Lolldml zurückgekehrt sein. Das zweite sah im Jahr 1530 
der Anonyme des Morelli im Haus des Antonio Foscarini 
111 Venedig, der es von Ottaviano Sforza, Bichof von Lodi,
        

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