Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510343
Brief an 
Rafacfs 
Harze-in. 
171 
Die zweite schien, zu mehr als Worten winkend. 
Aufs neu erlag, in Gluthen untersinkend, 
Ich meiner Qual, denn wo der Mensch sich miihet 
Zu reden, stirbt die bessre Kraft im Worte. 
Aus der ersten Zeit von Rafaefs Aufenthalt in Rom 
ist noch manches nachzuholen, was bis jetzt, um nicht un- 
nöthig zu unterbrechen, verspart bleiben musste. Zuför- 
derst stehe hier der Brief, welchen Rafael wenige Monate 
nach seiner Ankunft in Rom an Francesco Francia richtete, 
dessen Bekanntmachung wir dem Grafen Malvasia verdanken 
und der folgendermassen lautet: 
Mein wcrther Herr Francesco. 
Soeben empfange ich euer Bildniss, welches mir Baz- 
zotto wohlerhalfen und ohne irgend eine Verletzung zuge- 
stellt l1at. Ich danke euch auf's verbindlichste dafür. Es ist 
ausserorrleutlich schön und so lebendig, dass es mich täuscht 
und ich mich bei euch glaube und euere Stimme zu hören ver- 
rneiue. Ich bitte euch Geduld mit mir haben und mir zu ver- 
zeihen, dass ich so lange säume, euch das meinige zu sen- 
den, allein die bedeutenden und unablässigen Beschäftigun- 
gen haben es mir bis jetzt noch nicht gestattet, dasselbe 
eigenhändig auszuführen, wie wir übereingekommen sind; 
ich hätte es zwar von einem meiner Gehiilfen  malen las- 
Sen, und dann die letzte Hand daran legen können, aber 
das geht nicht an. Im Gegentheil soll man wissen, dass 
ich das eurige zu erreichen nicht im Stande bin. Habt 
Nachsicht mit mir, ich bitte euch, denn ihr werdet es auch 
schon erfahren haben, was das heisst, seiner Freiheit be- 
raubt und IIerren verbunden zu leben, die dann u. s. w.  
Unterclessen sende ich euch durch denselben, welcher in 
sechs Tagen zurückkehrt, eine andere Zeichnung, nämlich 
1) Bemerkenswerth ist es, dass Rafael damals schon Gehülfen, 
Schüler gehabt; vielleicht hatte er sle aus Florenz mitgebracht, 
z. B. den Florentiner Gio. Francesco Penui, il Fattore genannt, 
welcher zu RafaePs frühsten Schülern gehörte.
        

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