Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510230
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Die 
Schule 
7301! 
Athen. 
trier zur Zeit des Ninus erworben hatte. Auch Petrarca 
in seinem Triomfo della Fama bezeichnet Zoroaster als Er- 
finder der Magie, welche mit der Astrologie in genauer Ver- 
bindung-stand. Zuletzt noch hat Rafael sich selbst und sei- 
nein. verehrten Meister Perugino eine bescheidene Stelle 
unter den Freunden der Wissenschaft angewiesen. 
Um ein vollständiges Bild dieser herrlichen Darstellung 
zu geben, ist noch die architektonische Umgebung zu be- 
schreiben, welche dem Ganzen einen überaus angemesse- 
nen und feierlichen Charakter gibt. Nach Vasari war es 
Bramante, welcher sie angegeben, und da der Plan derselben 
ein griechisches Kreuz mit einer Kuppel in der Mitte zeigt, 
so liegt die Muthmassung nahe, dass die prachtvollen hier 
dargestellten Hallen uns einen Begriff von des grossen Bau-i 
meisters Plan geben, wie er das lnuere der Peterskirche 
zu bauen beabsichtigte. In den vordern Nischen rechts und 
links stehen die Statuen des Apollo und der Pallas. Die 
erstere, als des Gottes der dichterischen und divinatorischen 
Begeisterung, befindet sich auf der Seite der ältern, mehr 
idealistischen Philosophen, deren mehrere selbst zugleich 
Dichter gewesen; gegenüber die der Göttin der Weisheit 
und der Wissenschaft auf der Seite der Philosophen des 
Verstandes, der Erfahrung und des praktischen Lebens. 
Unter Apollo sind zwei Reliefs sichtbar, von denen das 
untere den Raub einer Nymphe durch einen Tritonen, das 
obere aber Streit und Todtschlag darstellt. Sie scheinen 
sich auf die Herrschaft der Naturtriebe Wollust und Zorn 
zu beziehen, welche durch Apollo besänftigt wurden. Gegen- 
über unter Minerva sehen wir dagegen ein Relief mit einer 
allegorischen weiblichen Figur, die. gebietend einen Stab 
hält, und zwei ihr dienende Genien zur Seite. Diese Dar- 
stellung bezieht sich wohl auf die Herrschaft, welche die 
höhere Philosophie über die wilden Naturtriebe erlangt 
hat und die nun der in Minerva repräsentirten Weisheit 
dienen. 
Wenden wir uns nun von der Philosophie zur Juris- 
prudenz, so zeigt uns das kleine Übergangsbild, das Urtheil 
Salomods über die beiden Mütter, wie denn dieser Spruch
        

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