Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510211
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Die 
Schule 
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Atlwn. 
der andern Seite gewendeten Philosophen wäre dann mit 
gleichem Fuge Arkesilas aus Pitane (geb. 318 v. C1111), der 
Stifter der neuen Akademie, zu erkennen, der im 'l'llc01'eli- 
scheu zum Skepticismus, im Praktischen zum Stoismus sich 
hinneigend, überhaupt nur eine wahrscheinliche Erkenntniss 
statuirte und, wegen der Widersprechlichkeit der Gründe, 
eine jede unbedingte Zustimmung glaubte zurückhalten zu 
müssen. Erkennen wir dann in dem in einen Mantel ge- 
hiillten, mit einem Stab herbeikommenden Philosophen ei- 
nen jener spätern von Lucian verspotteten Cyniker, wel- 
ehe mit Stab und Sack das Land durchzogen, dann wäre 
wohl anzunehmen, dass in dein davoneilenilen Jüngling Ba- 
fael sinnbildlich den Untergang der Philosophie der Griechen 
und den Übergang zu dem Christenthum habe andeuten 
wollen.    
Noch .bleibt die vordere Gruppe auf der rechten Seite 
iuiserer Betrachtung übrig. Pythagoras gegenüber, der die 
speculative Mathematik repräsenti  sehen wir hier die 
praktische Mathematik dargugleich aber auch ist 
dadurch angedeutet, wie nigu Geist von der Speeula- 
tion sich mehr und mehr den"Erfahruugswissensehaften zu- 
gewandt. Diese beginnen hier mit dem Unterricht in der 
Geometrie, den ein Lehrer mehreren Jünglingen ertheilt, 
indem er, zur Erde gebeugt, die auf eine Tafel gezeichnete 
isagonische Figur mit einem Zirkel demonstrirtf Rafael hat 
in ihm das Bildniss des Bramante, seines Lehrers in der 
Architektur, verewigt. Ob er aber durch denselben Archimed, 
den berühmten Mechaniker, wie gewöhnlich angenommen 
wird, oder Euklid aus Alexandrien, den grössten Mathema- 
tiker des Alterthums, habe bezeichnen wollen, ist jetzt schwer 
zu entscheiden  In den studirenden Jünglingenrsind auf 
- 1) Tn einem Epigramm des Cenobiten Paul Volzius, welches er 
an Georg Reisch Cartheuserprior bei B'reiburg gerichtet, und die- 
ser in seinem damals allgemein verbreiteten Buche „Margarita Phi- 
losophica" Friburgi, 1503. 4. mitgezheilt hat, heisst es u. a. "Men- 
sor et terrae Archimedes probatus" wodurch Archimedes als Reprä- 
sentant der Erdmesskunst bezeichnet ist. Allein in dem Werke
        

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