Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510182
Die 
Schule 
i? O71 
Athen. 
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nach den Ideen die Objecte gebildet, dass die menschliche 
Seele von ursprünglicher Reinheit durch Schuld in das ir- 
dische Leben herabgesuxiken, aber von Gott ihre Erlösung 
zu erwarten habe, den christlichen Ansichten schon nahe 
gekommen ist. Aristoteles aus Stagira (384 Jahre V0r 
Christus geboren  Schüler des Plato, Erzieher Alexander 
des Grossen, war im Gegensatz zu seinem Lehrer der Philo- 
soph des reflectireilden Verstandes. Er stieg in seinem System 
nicht wie Plato vom Allgemeinen zum Besonderen herab, 
sondern vom Besonderen zum Allgemeineren auf. Er ver- 
warf daher die apriorischen Ideen des Plato und setzte 
sich die Erforschung der Natur, überhaupt das Gegebene, 
Vorhandene, die sogenannte Wirklichkeit zum Ziel. Sein 
ausserordentlicher Scharfsinn und die Masse von Kenntnis- 
sen, die er aus Büchern und Naturbeobachtungen sam-. 
melte, erhoben ihn zum Haupt der Natur- und Erfahrungse 
philosophen. Dem Charakter dieser beiden aüsserordent- 
liehen Philosophen gemäss sehen wir in unserm Gemälde 
beide höchst sprechend dargestellt. ,Plato„ Ehrfurcht gebie- 
tend und seinen Timäus in der Linken haltend, weist mit 
(iGrWRveChtCllVQhgngnzuwßfpott hin, dem Ursprung alles 
Seins, aus dem und zu dem alles ist. Er repräsentirt die 
speculative, man könnte auch sagen die contemplative, theo- 
logische Philosophie; während Aristoteles; als Lehrer der 
praktischen Philosophie, sein Buch der Ethik haltend, und 
die Rechte wie zur Erfassung der Gegenwart ausgestreckt, 
die in der Erfahrungswelt anwendbare Sittenlehre als Zweck 
der philosophischen Erkenntniss zu behaupten scheint. 
Eine zahlreiche Schaar von Schülern jedes Alters um- 
steht diese Philosophen. Unter denen -zur Seite des Plato 
dürften folgende zu suchen sein: Speusippus aus Athen, 
seiner Schwester Sohn, der der alten Akademie treu blieb, 
Menedemus aus Eretria der Cyniker, Xenokrates der Chal- 
cedonier, so wie Phädros und Agathon, welchen beiden 
letztem Plato in seinem Symposien die ausgezeichnetesten 
Stellen zugetheilt. Unter den auf des Aristoteles Seite 
diesem Züllächst stehenden Schülern haben wir den gelehr- 
ten 'l'heophrnst aus Eressus, den er zu seinem Erben und
        

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