Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510128
Die 
Schule 
von 
Athen. 
149 
hend, den Culmiilationspunkt der griechischen Philosophie 
nach zwei Richtungen hin bezeichnen. Weiter zur Rechten 
befinden sich die Stoiker, Cyniker, Epikuräer und einige 
der spätern Philosophen; zuletzt noch stehen im Vorgrundß 
rechts die mehr dem Realen zugeivendeteil Lehrer, unter 
welchen der lilathematiker läuklid besonders bemerklich. 
Diese bis Jetzt unbeachtet gebliebene chronologische, 
den Entwicklungsgang "bezeichnende Anordnung gibt uns 
denn auch, beim Mangel irgend einer Tradition aus Rafaefs 
Zeit über das Gemälde, einen sichern Leitfaden an die 
Hand, um, von den im Bild erkannten, eben bezeichneten 
Häuptern der Philosophie ausgehend, die andern hier dar- 
gestellten Personen zu ermitteln. Diesem Leitfaden fol- 
gend, will ich es versuchen das reiche Gdihälde ausführlich 
zu erklären.  
In der Gruppe links im Vorgrnnde sind vier Gründer 
philosophischer Schulen dadurch bezeichnet, dass sie, auf 
besondern Postamenten sitzend oder "stehend, gewisser- 
lnassen als unabhängig erscheinen. Der älteste der hier 
dargestellten Philosophen ist Pythagoras aus Samos, der 
um 550 Jahre vor unserer Zeitrechnung zu Kroton in ita- 
lien eine philosophische Schule stiftete, die zugleich auf 
intellectnelle, religiöse und sittliche Bildung ihr Absehen 
gerichtet hatte. Auch legte er den Grund zu einer mathe- 
matischen Schule, und indem er in den Zahlen die Prin- 
cipien der Dinge erkannte, erfasste er die Wissenschaft 
der Arithmetik in ihrer höchsten Bedeutung. Er sitzt ganz 
im Vorgrund von Schülern umgeben und scheint tiefsinnige 
Worte über die harmonischen Verhältnisse der Musik in 
ein Buch zu schreiben, da ein neben ihm niedergekauerter 
Jüngling, wahrscheinlich sein Sohn Teleauges, ihm eine 
Tafel vorhält, auf der die von ilnn gefundenen 'l'onverhält- 
nisse der Musik, Octave, Quinte und Quarte, durch die 
griechischen Worte Diapason, Diapenta und Diatessaron an- 
gegeben sind. Unter den hinter Pythagoras befindlichen 
Sßhiillern ist in dem nachschreibenrlen, altern Manne wohl 
Archytas dargestellt, welcher, wie angenommen wird, die 
Pythagoräische Lehre von den Gegensätzen weiter ausge-
        

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