Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1510106
Alexander 
Augustus. 
und 
Die 
Astronomie. 
147 
sen Gunsten der Verstoss gegen das antike Costum began- 
gen worden sein. 
Den Raum unter dem Bild des" Parnasses, zu den Sei- 
ten des Fensters, benutzte Rafael zu zwei kleinen grau in 
Grau gemalten Darstellungen, welche vielleicht andeuten 
sollen, dass die Poesie erhaben ist selbst über die mäch- 
tigste, irdische Weltherrschaft; zum wenigsten erblicken 
wir in ihnen die Verehrung zweier der mächtigsten Für- 
sten für zwei der herrlichsten Dichterwerke des Alterthums: 
In dem einen Bilde sehen wir Alexander den Grossen, wel- 
cher die Gesänge Homer's in das Grabmal des Achilles nie- 
derlegen lässt. Die Idee zu dieser historisch nicht begrün- 
deten Darstellung, die aus der bekannten Sage entstand, 
dass Alexander den Achilles besonders darum glücklich pries, 
weil Ilomer seine 'l'hate1rbesa11g, dürfte vom Grafen Casti- 
glione herrühren, indem er jene Sage im ersten Buch sei- 
nes Cortegiano als einen Beweis der Erhabenheit "der Poe- 
sie anlührt. In dem andern Bilde stellte Itafael dar, wie 
Kaiser Augustus die Freunde VirgiPs, Plautius Tucea und 
Varius, davon abhält der letzwilligen Veriiigimg des Dich- 
ters, dessen Aeneis zu verbrennen, Folge zu leisten.  
Im Übergangsbild an der Decke erblicken wir die al- 
legorische Figur der Betrachtung der Weltkörlner, als ein 
Gebiet der Wahrnehmungen und Erkenntnisse, welches 
eben so sehr der Poesie, als der Philosophie angehört. 
Die überschriftliche, allegorische Figur der Philoso- 
phie sitzt matronenartig auf einem Sessel, der von zwei, 
der Ephesischen Diana ähnlichen Gebilden getragen wird. 
Die Bücher der Natur und der Sittenlehre liegen auf ihrem 
Schoos, und in den Farben und Stickereien ihres Gewandes. 
sind sinnreich die vier Elemente dargestellt: zuoberst ein 
dem sternbesäten-Blau die Luft, dann im flammenden Roth 
das Feuer, weiter nach Unten in dem von Fischen durch- 
furchten Grün das Wasser und in dem mit Plianzen ge- 
schmückten Braun die alles ernährende Erde. Zwei Kna- 
bßll halten auf Tafeln die Inschrift: Die Erkenntniss der 
ÜrSHChEH- (Causarum cognitio). 
Das grosse Wandgemälde, das dritte, welches Rafael 
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