Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509996
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Papst Julias 
sollten, um so recht eigentlich den Mittelpunkt der ganzen 
Christenheit zu bilden. ä Er war es, der den Plan fasste, 
die durch Alter baufällig gewordene Basilika des Apostels 
Petrus auf eine Weise zu erneuen, dass sie in jeder Hin- 
sieht den Namen der ersten Kirche der Christenheit ver- 
diene.  Und wie er selbst in der Geschichte eine impo- 
sante Grösse erstrebte, so wollte er auch, dass sein An- 
denken in dem Grabmonument, welches er sich von dem 
gewaltigsten aller Künstler errichten zu lassen beabsichtigte, 
den Charakter des Imposanten trage, und an Grossartigkeit 
und Kunst alles über-treffe, was in dieser Art gesehen wor- 
den.  Denselben lliesengeist nöthigte er sich über seinen 
eigenen Glauben an sich zu erheben, und die Capelle, die 
sein Oheim Sixtus IV in Vatican hatte bauen und theihveise 
ausschmücken lassen, durclrlllalereien zu verherrlichen, die, 
den Darstellungen aus der Schöpfungsgeschichte entsprechend, 
uns bis dahin noch nicht erreichte Gestalten ursprüng- 
licher Kraft und Hoheit vor Augen stellen. 
Welche herrliche Werke er auch durch Rafael ins Le- 
ben riet, soll nun berichtet werden. Zuvörderst erinnern 
wir, dass Julius II, wie Paris de Grassis aufgezeichnet  
in keiner Weise die Zimmer im Vatican beziehen wollte, 
welche Papst Alexander VI bewohnt hatte, und dass alle 
Einwendungen des Ceremonienmeisters und dessen Vor- 
schlag, die Portraite jenes Papstes aus den Wandmalereien 
herausschlageil zu lassen, vergeblich war. „Die Wände al- 
lein, entgegnete Julius, sind sie nicht hinreichend das An- 
denken anwgliesenaSimßlliteii unldgJuden zuriickzilrufenit"  
Es wurden daher die Zimmer im obern Stockwerk einge- 
richtet, die zum Theil schon früher unter Nicolaus V und 
Sixtus IV durch Pietro della Francesca, Bramantino da Mi- 
lano, Luca Signorelli, Bartolomeo della Gatta und Pietro 
Perugino waren ausgemalt worden. 
Rafael sollte nun die noch unbemalt gebliebenen Wände 
1) Siehe Notices et Extraits 
du roi. II p. 562, und Fiorillds 
S. 97. 
des Manuscrits de 1a. Bibliothäque 
Geschichte der Malerei in Italien.
        

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