Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509986
Rafael trat nun in grossartigere Verhältnisse und in den 
Dienst eines Fürsten, dessen energischer Charakter, ver- 
bunden mit einem schnellen, tiefen Blick in alle weltliche 
Angelegenheiten, ihm nicht nur den Ruhm eines grossen 
Feldherrn und Herrschers erwarb, sondern der auch Kunst 
und Wissenschaft ehrend und die in Rom unter Alexan- 
der VI so tief gesunkene Sittlichkeit herstellend 1), ein Le- 
ben des Friedens förderte, wie es seit den ältesten -Zeiten 
nicht in Rom geblüht hatte. Besonders waren im. Bereich 
der Kunst alle seine Unternehmungen so grossartig, dass, 
obgleich ihm die Vollendung der meisten zu erleben nicht 
vergönnt war, er ihnen dennoch, unterstützt durch die gro- 
Ssen Künstlertalente, welche er zu erkennen und zu wählen 
verstand, das Siegel eines überlegenen Geistes aufgedrückt 
hat. Ihm war es vorbehalten die grossartige Idee Nico- 
laus V. theilweis zu verwirklichen, nach welcher der Vati- 
canische. Palast zu einer Art päpstlicher Stadt erweitert wer- 
den sollte, so dass nicht nur der Papst mit seinem Gefolge, 
sondern auch die ganze hohe Geistlichkeit, alle geistlichen 
Ämter, alle hohe Gäste hinlänglichen Raum darin finden 
1) Siehe die Reden des Uberto Foglietta: Claror. Ligurum elo- 
gia, p. 28. Oldoino a1 Ciaconio III col. 249. und des Tomavso In- 
ghiralni Orat. p. 82. Auch Pietro Bembo, B. Castiglione und Lod. 
Ariosto rühmen in ihren Gedichten des Papstes Unerschrockenheit, 
Gerechtigkeitsliebe und Herstellung der guten Sitten.
        

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