Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509945
Rom. 
Ruf nach 
131 
Auffassungsweise nach, dieser Epoche" an, welches unter 
dem Namen: die Jungfrau mit der Nelke, bekannt ist; von 
dem jedoch, obgleich es in häufigen Wiederholungen vor- 
handen, das Origiual verloren zu sein scheint. 
Nach Vasari war es Iiramante Lazzari von Castel Du- 
rante, Baumeister des Papstels-Tliiliils II, welcher, mit Ra- 
fael verwandt, ihm den Ruf nach Rom verschaffte. P_ 
Guglielmo della Valle und P. Pungileoni sind dagegen der 
Meinung, dass Rafael sich der Vermittlung des jungen 
Herzogs, Francesco Maria della Rovere, Präfecten von Rom 
bedient habe, um den Auftrag zu den Arbeiten im Vatican 
zu erhalten. Da nun schon Giuliano da. San Gallo, wie 
sein Sohn Francesco berichtet  dem Papst Julius II. den 
Bildhauer Michel Angelo zur Ausführung seines Grabmonu- 
ments vorgeschlagen hatte, und es überhaupt in der Art 
des Geschäftsgangcs an den Höfen liegt, dass der Baumei- 
ster gewöhnlich die Künstler, welche zur Ausschmückung 
der Gebäude anzustellen sind, anzugeben hat, so darf auch 
in gegenwärtigem Fall angenommen werden, dassdBramante 
die Gelegenheit nicht versäumt habe, demi grossen Talent 
seines schon gefeierten Landsmannes einen weitern Wir- 
kungskreis, in welchem es sich im höchsten Glanze zeigen 
könne, zu erölfnen. Andrerseits ist auch zuzugeben, dass 
der junge Herzog von Urbino, der vom Knabenalter an 
Rafael kannte und, wie wir gesehen haben, von seinen Wün- 
schen, zu grösseren Arbeiten berufen zu werden, unterrich- 
tet war, es viel bequemer und seinen Wünschen gemässer 
fand, ihn dem Papst für die auszuführenden Malereien im 
Vatican, als dem Machthaber eines fremden Staates, zu 
empfehlen. Endlich dürfte auch Julius, der schon Gelegen- 
heit gehabt, Rafael mindestens in seinen Werken zu Urbino 
kennen zu lernen, sich bei einem hingeworfenen Worte 
sogleich des schönen Talentes erinnert und dessen Beru- 
fung aus eigenem Antrieb angeordnet haben. Dieses letz- 
tere wird um so wahrscheinlicher, als des grossen Herr- 
1) Siehe Avv. Carlo Fen, Notizie intorno 
12. und in dessen Miscellanea p. 329. 
Rafaele 
9 i 
Sanzio 
etc.
        

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