Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509887
de! Baldaclziozo. 
Jlladomza 
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zierten hohen Nische, auf erhöhtem 'l'hrone sitzend die h. 
Jungfrau, welche das Christkind voll mütterlicher kVonne an 
ihr Herz drückt. Dieses in naiver Anmuth schaut nach dem 
Apostel Petrus, der neben dem h. Bruno zu der einen 
Seite des Bildes steht, während auf der andern der Apo- 
stel Jacobus minor und der Kirchenvater Augustinus den 
Heiland zur Verehrung der Gläubigen anzuempfehlexi "schei- 
nen. Allerliebst sind zwei beisammen vor den Stufen des 
Throns stehende Eugelknaben, die ein Loblied zu Ehren 
der h. Jungfrau anstimmen. Und oben schweben zwei En- 
gel und lüften den Vorhang des Baldachins, um gleichsam 
das Geheimniss", dass der Sohn Gottes auch des Menschen 
Sohn geworden ist, allem Volke zu offenbaren. Da Rafael 
das Bild unvollendet zurückgelassen, so verkauften es des- 
sen Schüler und Erben Giulio Romano und Gio. Francesco 
Penni an den päpstlichen Kanzlei-Präsidenten Baldassare 
'I'urini, der es in der Landdechailei seiner Vaterstadt Pescia 
aufstellen liess. Späterhin erstand es der Grossherzog von 
Toscaua, und jetzt ist es im Palast Pitti unter dem Namen 
der Madonna del Baldachixio bekannt. 
Noch geschieht mancher anderer Bilder Erwähudng, 
welche entweder Rafael in der Art des Fra Bartolomeo be- 
handelt haben soll, oder die von diesem herrührend, durch 
Rafaefs Beihülfe vollendet worden seien, worauf wir, als 
unsichere Angaben, an seinem Ort zurückkommen werden. 
Dass übrigens Rafael dem Frate einst zu solchem Dienst 
erbötig war, bezeugt die Hülfe, die er ihm später in Rom 
bei dem Bilde des Apostels Petrus leistete, wie wir im Ver- 
folge sehen werden. Überhaupt war Rafael von der lie- 
benswürdigsten Gefälligkeit und half seinen Freunden und 
Schülern, wo und wie er nur immer konnte. So sendete 
er gegen Ende seines Aufenthaltes in Florenz seinem viel- 
geliebten Mitschüler Domenico di Paris Alfani eine köst- 
liche Zeichnung zu einer heiligen Familie, der, als er ein Al- 
tarblatt für die Carmeliterkirche in Perugia zu malen hatte, 
seines Freundes 'l'alent für den Entwurf in Anspruch nahm. 
Die mit besonderm Fleiss ausgeführte Zeichnung befindet
        

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