Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509850
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Jarzliniäre. 
Lu belle 
Mantel vollendete. Allein dem Bilde fehlt dnrchgängig die 
letzte Hand, so Selbst dass einige Stellen des Grundes nicht 
einmal mit Farben übergangen sind. Die goldenen Zier- 
rathe, welche immer zuletzt aufgesetzt werden, dürfen nicht 
irre machen; denn sicher sind sie von späterer Hand hin- 
zugefügt, um dem Bild das Anselln zu geben, als 0b es 
wirklich vollendet sei.  
Weit mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat die Angabe 
des Marictte, dass das Madonnenbild, welches unter dem Na- 
men „la belle Jardiniere" bekannt ist, jenes vmrRafael für den 
Sienesischen Edelmann gemalte Bild sei, um so mehr, da das- 
selbe nach einer bei Lepicic") aufgenommenen.'l'raditi0i1 
von jenem durch König Franz l erstanden werden. Auch 
wird die Hülfe des Ridolfo durch einige Verworrenheit am 
untern Theil des tieiblauen Mantels wahrscheinlich, da doch 
der übrige Theil des Bildes mit viel Studium und sehr geist- 
reich behandelt ist. Zuletzt muss noch erwähnt werden, 
dass Mariette einen Entwurf zu diesem Bilde besass, auf 
dessen Rückseite sich einige Studien zu der Grablegung im 
Palast Borghese befanden, was über dessen Entstehungs- 
zeit keinen Zweifel übrig lässt. Rafael von unerschöpfli- 
chem lieichthum an neuen Motiven zu Madonnenbilxlern, 
zeigt uns hier die Mutter des Ileilandes, wie in völliger 
Zuriickgezogeuheit aufgewachsen, in der reinsten Jungfräil- 
lichkeit. Mit niedergesehlagenen Augen blickt sie in unbe- 
schreiblicher Unbefangenheit nach dem Christkind herab, 
und scheint das Bild des Sohnes Gottes in sich aufzuneh- 
men, wie ein spiegelglatter See ein lichtvolles Bild in ge- 
mildertem Glanze aufnimmt und wiederstrahlt. Und welcher 
Zauber liegt in dem reinen schönen Oval ihres Antlitzes, 
der sanftgewölbten Stirne, dem treuen Blick der lüllgbg- 
wimperten Augen, der vollen und doch feinen Form der 
Nase und dem amnuthsvollen, halb geöffneten Munde?  
1) Siehe Catalogue raisoxlnä des tableaux du Roy 
piciä. Paris 1752 p. 81.  
etc. 
par M. Le-
        

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