Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509821
der 
Bild 
Caiharina. 
119 
Grabeshöhle hinauf, das Werk der Liebe und der 'l'rauer 
zu vollenden, während der treuliebende Jünger Johannes 
händeringend über Joseph's Schulter auf den Herrn und 
Meister herabsieht, als könne er dessen Tod nicht für mög- 
lich halten. Maria aber, in einiger Entfernung von tiefem 
Schmerz überwältigt, sinkt bewusstlos in die Arme von drei 
sie umgebenden Frauen, deren 'l'rauer über den Verlust 
ihres Ileilandes hier vorübergehend durch die Sorge um 
dessen Mutter gemildert wird. In der Ferne sieht man den 
Calvarienberg, und im Vorgrund steht RafaePs Name mit 
der Jahrszahl 1507.  
Dass Rafael bei der Ausführung dieses Bildes alle 
seine Kräfte aufgeboten, lässt sich eben sowohl aus den 
oben angeführten sorgfältigen Vorbereitungen schliessen, 
als dieses auch das grosse Lob und die ßewundrung bezeu- 
gen, welche diesem Bilde alle Künstler der verschiedensten 
Zeiten gezollt, von Vasari an, der es ein göttliches Ge- 
mälde nennt, bis zu Mengs und den noch lebenden Malern. 
Als Beiwerke der Haxipttafel malte Rafael in einem 
kleinern viereckten Felde die halbe Figur von Gott Vater 
von Engeln umgeben, welche sich noch in der Kirche 
S. Francesco zu Iferugia voriindet. In der AltarstaHel 
iiihrte er grau in grau die theologischen Tugenden in drei 
Runden mit dazwischenstehenden kleinen Genien auf mei- 
sterhaft geistreiche Weise aus. Diese befinden sich jetzt 
in der Sammlung des Vatican. 
Nachdem Rafael dieses Werk vollendet und in Peru- 
gia gezeigt hatte, was er in Florenz gelernt, kehrte er 
wieder nach dieser Stadt zurück, um einestheils seine Stu- 
dien fortzusetzen, anderntheils mannißache Aufträge zu vol- 
lenden. Als ein Bild, welches, dem Charakter der Zeich- 
nung nach, zu derselben Zeit wie die Grableguilg entstan- 
den, ist die herrliche, halbe Figur in Lebensgrösse der 
Catharina von Alexandrien zu bezeichnen, welche jetzt im 
Besitz des Hrn. W. Beckford in Bath ist. Voll himmlischer 
Begeisterung wendet sie ihr von Schönheit strahlendes Ant-
        

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