Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509805
Studien 
ZUT 
Grublegzlng. 
117 
So sind allein in England vier Entwürfe zu der Darstellung 
der Grablegung vorhanden: zwei derselben aus dem Cabi- 
net Crozat, welche der Graf von Caylus in Kupfer ge- 
stochen, stellen wirkliche Grableguilgen vor, worin der 
Leichnam des Izleilandes auf ähnliche Art, wie in dem Bilde, 
von zwei Männern getragen wird. In der einen Skizze 
kniet Maria mit gefaltenen Händen klagend, von Johannes 
und den Frauen umgeben. Die andere, wo Magdalena her- 
beieilt, ist, weil die Figuren unbekleidet sind, irrig der 
Tod des Adonis genannt worden. Frühere Entwürfe schei- 
nen die zwei anderen Federzeichnungen zu sein, wo der 
Leichnam Christi mit dem Kopfe auf dem Schoose der Ma- 
ria ruht, und mit dem untern Theile des Körpers auf dem 
der dabei knienden Magdalena. Von ausgezeichneter Schön- 
heit ist besonders der eine dieser Entwürfe, welcher im 
Faltenwurf noch "entfernt an die Manier des Perugino er- 
innert; er befand sich ehedem in der Sammlung Fries in 
Wien und ist vortrefllich von C. Agricola gestochen. Den 
andern, aus der Sammlung Denon in Paris, hat Landon 
in seinem Werke über Rafael unter N. 297 in Umriss ge- 
geben. So schön und originell indessen auch letztere Com- 
positionen sind, so scheint Rafael doch für diejenige, wel- 
che Andrea Mantegna in Kupfer gestochen, und die er 
sich selbst in sein schon öfters eingeführtes Skizzenbuch 
abgezeichnet  eine solche Vorliebe gehabt zu haben, dass 
er glaubte sich von jener Composition nicht ganz entfernen 
zu dürfen; zum wenigsten ist die Einwirkung derselben auf 
die seinige nicht ganz in Abrede zu stellen. Indessen hielt 
er sich keinesweges streng daran, sondern vervollständigte 
und bildete sie ilach seiner Individualität und nach seinem 
höhern Sinne für Schönheit um, wie er dieses schon früher 
mit einigen Compositionen seines Meisters gethan, und wie 
dieses überhaupt in den frühern Epochen der sich lebendig 
entwickelnden Kunst öfters zu geschehen pflegt, wo ein vor- 
in 
l) Siehe das WVerk des Ab. 
meinem Verzeichuiss N0. 45. 
Tab. 
Cclotti 
XXI 
XXII 
und 
und
        

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