Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509797
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(IUS 
Fa-milie 
dem 
IIa-usc 
Lhniyiani. 
einem Wiesengrund in der Nähe der Stadt niedergelassen, 
wohl um in der Einsamkeit sich in dem in, ihrer Iland halten- 
den Psalter zu erbauen. Da kommt Elisabeth mit ihrem klei- 
nen Johannes hinzu, kniet bei Maria nieder und lässt die 
beiden Knaben sich freudig begegnen, deren gegenseitige 
Gedanken in dem „Ecce Agnus Dei" auf dem Pergament- 
streifen angedeutet sind. Joseph, der auch hinzugekommen, 
stützt sich mit beiden Händen auf einen Stab, und scheint 
mit Elisabeth im Gespräch zu sein, während Maria tief be- 
wegt die bedeutungsvolle Unterhaltung der Kinder betrach- 
tet. Oben aus den Wblken schauen sechs Engelknaben, 
immer drei zu jeder Seite, der himmlischen Scene auf Er- 
den bewundernd zu, und mildern in der Composition die 
strenge Pyramidalform der Ilanptgrnppe I). Ein köstliches 
Bild voll Rafaelischer Grazie und Schönheit. 
Wichtiger noch für RafaePs sich entwickelndes Talent 
war der Auftrag, welchen Atalante Baglioni zu einem Bild 
der Grablegung Christi für die Franciscanerkirche zu Pe- 
rugia ihm ertheilte, als er sich nach der W-ietlerbesetzung 
der Stadt durch Gio. Paolo Baglioni kurze Zeit daselbst 
aufhielt. Um aber seine Studien mit mehr Erfolg fortsetzen 
zu können, und eingedenk des Gewinnes, welcher ihm durch 
Umgang, Rath und Urtheil der ausgezeichnetesten Künst- 
ler zu Theil geworden war, kehrte er nach Florenz zurück. 
Hier hoffte er nun den Carton iiir das bestellte Bild zu 
grösserer Vollkommenheit bringen zu können. In der That 
bewies Rafael in dieser Grablegung (jetzt im Palast Bor- 
ghese befindlich) zuerst, welche gründliche Studien er ge- 
macht und welcher tiefen Charakteristik er fähig sei. Wie 
ernst es ihm bei diesem Bilde war zu zeigen, was er in 
der Kunst vermöge, erkennen wir noch jetzt aus den vie- 
len uns erhaltenen Entwürfen und Studien zu demselben. 
1) Unverzeihl-icher Weise wurden die Engel von einem Düssel- 
dorfer Galler-ieinspector, der keinen Gefallen daran fand, ausge- 
xschliEen und mit einem Luftton übermalt; überhaupt ist das Bild 
stark verwaschen.
        

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