Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509781
Bildnisse 
Kloster-geistlichen. 
zweier 
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cum, besonders bei den Künstlern, eben so grosses Auf- 
sehn, als er in der Kunstgeschichte jetzt noch als eines 
der wichtigsten Ereignisse jener Zeit betrachtet wird. 
Auf seinem Weg über das Gebirge gelangte Rafael 
zum Kloster Vallombrosa und dürfte dort einige Tage ver- 
weilt haben, um die Portraite zweier ihm befreundeten Or- 
densgeistlichen zu malen, indem sie, der meisterhaften Be- 
handlung nach, sicher in jener Zeit entstanden sind. Nach- 
dem sie drei Jahrhunderte hindurch sorgfältig in jenem Kloster 
aufbewahrt wurden, kamen diese Bildnisse mit andern Kunst- 
gegenstiinden aus den aufgehobenen Kirchen und Klöstern 
in die Akademie nach Florenz. Das eine stellt den gemüth- 
liehen Ordensgeneral Blasio, das andere den geistreichen 
Don Baldassare vor. Zwei herrlich gemalte Köpfe von der 
schärfsten Zeichnung und voll Geist und Leben in der Aus,- 
iührung. Beide im Profil gegeneinander gerichtet, wenden 
den Blick nach oben, woraus zu schliessen ist, dass sie ur- 
sprünglich ihre Stelle zu den Seiten eines Krucifixes oder 
Andachtbildes einnahmen. Sie sind in Tempera gemalt, da 
wahrscheinlich Rafael im Kloster keine Ölfarben vorfand. 
Zu Florenz angelangt, malte Rafael für Domenico Ca- 
nigiani das schöne Bild der h. Familie, welches aus diesem 
Hause in den Besitz der Grossherzoge von Toscana kam, 
dann als Brautgeschenk an Anna Maria de' Medici, Toch- 
ter Cosimus III, in die Düsseldorfer- Gemäldegallerie des 
Churfursteil Johann Wilhehn von der Pfalz, und zuletzt in 
die Münchner Pinakothek gelangt ist. Wir sehen in demsel- 
ben die h. Jungfrau, welche sich mit dem Christkinde auf 
diesem 1506. Jahre, wo er eben so gewiss in Urbino arbeitete (wie 
z. B. das Portrait desHei-zogs und das des Bembo beweisen), kön- 
nen wir Rafael ohne unnöthiges, weites Hin- und Herreisen nur 
von Urbino aus seine dritte Reise nach Florenz antreten lassen, um 
des Michel Angelo Carton zu bewundern. Eine Vorstellung der Haupt- 
gruppe von diesem nun zerstörten Werke gewährt die Copie in Ölfarbe 
nach der von Bastiano da San Gallo im Besitz des Hrn. Cpke zu Holk- 
ham, von welcher Schiavonetti einen braven Stich geliefert hat- 
S. meine Kunstreise durch England und Belgien S. 
        

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