Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509765
drei 
Die 
Grakien. 
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Akademie zu Venedig vorfindet. In diesem geistreich be- 
handelten Bildchen stehen die drei Grazien fast unbeklei- 
det in einer bergigen Landschaft, alle drei sich einander 
mit der einen Hand über den Schultern umschlingend, in- 
dem sie in der andern eine goldne Kugel halten. Den Reiz 
der Charitinneii zu erhöhen, schmückte Rafael sie mit Ko- 
rallenschnüreil in den Ilaarliechteil und um den Hals. 
Das liebliche Bildchen ausser dem lnteresse, welches es 
als Kunstwerk darbietet, hat auch noch das besondere, dass 
es das erste ist, in welchem Rafael einen antiken Gegen- 
stand behandelt, undv merkwürdiger Weise sind es grade 
die drei Grazien, denen Rafael seinem ganzen Wesen und 
seiner Kunst" nach in so hohem Grade und nach deren ver- 
schiedenen Eigenthümlichkeiten vollständiger als irgend ein 
Künstler der christlichen Zeiten gehultligt. Das Bildchen, 
ehedem im Palast Borghese, sah ich bei dem nun verstor- 
benen Lord Dudley in London. Schade dass er dem be- 
rühmten Kupferstecher Desnoyers während dessen Anwe- 
senheit in London nicht erlauben wollte eine Zeichnung 
von jenem Bildchen zu nehmen, wir würden sonst einen 
gcfälligen Kupferstich mehr von ihm besitzen und uns nicht 
mit demjenigen begnügen müssen, welchen Sherwin in Punc- 
tirmanier in der Grösse des Originals ausgeführt hat.  
Ungewiss ist es, ob Rafaelybis zu Ende September in 
Urbino geblieben, zu "welcher Zeit, hier ggrosse Vorberei- 
tungen gemacht wurden, um Papst Julius II bei seinem Zug 
zur Unterwerfung von Bologna feierlich zu empfangen. 
Triumphbogen, Säulen, Statuen und dergl. mehr wurden 
errichtet; der Dom und der Palast mit reichen 'l'eppichen, 
Geräthschafteil und Gemälden  Schätzen, welche IIer- 
zog Federico gesammelt hatte  prachtvoll ausgeschmückt 
und die Strassen mit Blumen und Lanbwerk bestreut. Am 
25. September 1500 kam der hohe Gast in Begleitung von 
22 Cardinälen und vielen Prälaten, mit 100 prächtig ge- 
kleideten Reitern und 300 Ilallebardirern seiner Garde, 
welche dem von einem Zelter getragenen heil. Sacra- 
ment vorangingen. Dem Papst entgegen kamen in weiss- 
1. 8
        

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