Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509739
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Zwei kleine 
Maclonnenbilzler. 
hielt nun die Mission, in England in des Herzogs Namen 
den Ritterschlag zu empfangen. In Begleitung des Fran- 
cesco di Battista Ceci von Urbino und Giulio da Cagli und 
versehen mit zu iiberbringenden Geschenken an grossen, 
muthigen Pferden, Falken und verschiedenen Kostbarkeiten, 
unter denen "auch das Bildchen des S. Georg von Rafael, 
reiste er am 10. Juli 1506 von Urbino ab und kam am 
20. October in Dover an, wo er feierlich empfangen und 
nach London zum König geführt wurde. Der Graf, nach 
vollzogner Feierlichkeit, erhielt "vom König eine goldne Hals- 
kette mit dem königlichen Wappenzeichen, besuchte darauf 
in England alle Ritter des Hosenbandordens, und kehrte 
mit Bezeugung hoher Verehrungen nach Urbino zurück, wo 
er im Februar 1507 wieder eintraf. Das Bildchen des 
S. Georg aber hängt jetzt, nach mancherlei Schicksalen, 
als Votivbild mit einer brennenden Lampe davor, neben dem 
grosscn Bildniss des Kaisers Alexander, in dem langen Saal 
der Eremitage zu S. Petersburg, in welehenl die son Dawe 
gemalten Portraite aufgestellt sind. 
Vasari erwähnt noch zwei kleiner Madonnenbilder, wel- 
che Rafael für den Herzog gemalt habe, und die überaus 
schön, in der zweiten, florentiner Manier des Künstlers 
ausgeführt seien, also während dessen Aufenthalt in Urbino 
im Jahr 1506 entstanden sein müssen. Da jener Schrift- 
steller sie nicht näher beschreibt und uns auch ältere Nach- 
richten darüber fehlen, so kann ich nur vermuthungsweisc fol- 
gende zwei Bildchen, als die von Vasari erwähnten, bc- 
zeichnen. Das eine, ein Kniestück, die h. Familie mit Jo- 
seph ohne Bart, ist aus dem Hause Angouleme in die 
Sammlung Crozat, und aus dieser in die Gallerie der Ere- 
mitage zu S. Petersburg, das andere, ein noch kleineres 
Bild, aus der Sammlung Orleans in den Kunsthandel nach 
England  gekonnnen. Letzteres stellt die jungfräuliche 
25 Rittern; der König ist stets der Guardian, der Bischof von Win- 
chester der Prälat, der Bischof von Salisbury der Kanzler des Or- 
dens, der Decan von Windsor der Kanzellist. Über die Gesandt- 
schaft siehe B. Baldi: Della vita e de" fatti di Guidobaldi I etc. 
und W. Roscoe in: Leben Leo X. 
        

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