Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509706
Plciro 
Bembds 
Rede. 
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auf dass sie die ungeweihten "Augen nicht sehen können; 
und dort werden wir das beglückendste Ziel unseres Seh- 
nens finden, wahrer Ruheort von der Arbeit, sicheres Mit- 
tel in den Drangsalen, heilende Arznei in den Krankheiten, 
sicherer Hafen in den wilden Stürmen des aufgeregtenMce- 
res dieses Lebens." 
„Welehe wird alsdann, oheiligste Liebe! die sterbliche 
Zunge sein, die dich würdig zu preisen vermöchte? Du 
schönste, beste, weiseste; aus der Einigung der göttlichen 
Schönheit, Güte und Weisheit stammst du; und in dieser 
stehst du, und aus dieser durch diese kehrst du im Kreise 
in diese zurück. Du süsses Band der Welt, Mittel zwi- 
sehen den himmlischen und irdischen Dingen; wohlwollend 
neigst du die obern Kräfte zur Leitung der niedern; und 
indenr du die Geister der Sterblichen zu ihrem Urgrunde 
wendest, vereinigst du sie mit ihm. Du verbindest durch 
Eintracht die Elemente, bewegst die Natur zur Erzeugung, 
und das was wächst lzur Fortpflanzung des Lebens. Du 
vereinigst die getrennten bVesen, den unvollkommenen gibst 
du die Vollkommenheit, den ungleichen die Gleichheit, den 
feindseligen die Freundschaft, der Erde die Fiiichte, dem 
Meer die Ruhe, dem I-limmel das belebende Licht. Du 
bist die Mutter der wahren Freuden, der Gnaden, des 
Friedens, der Sanftmuthv und des Wohlwollens; Feindin 
der Rohheit und des Hasses; kurz Anfang und Ende alles 
Guten. Und da es dir gefällt in der Blüthe der schönen 
"Körper und der schönen Seelen zu wohnen, und dich aus ihnen 
ein wenig den Augen und dem Sinn derer zu zeigen, welche dich 
zu schauen würdig sind, so glaube ich, dass du jetzt bei uns 
deine Wolunlng genommen hast. Wiürdige du uns, Herrin, zu 
hören unsere Bitten, senke dich selbst in unsere Herzen mit 
dem Glanz (leines heiligen Feuers, erleuchte unsere Finsterniss, 
und als treuer Führer im dunkeln Labyrinth zeige uns den 
wahren Weg, berichtige den 'l'rug der Sinne, und nach 
langem Uniherschiifen gib uns das NVahre und alleinige 
Gut. Lass uns jene geistigen Gerüche empfinden, welche 
die "Kräfte des Geistes beleben, und die himmlische Harmo- 
nie so übereinstimmend hören, Qlass keine Zwietracht der
        

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