Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509654
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Der 
Hof zu 
Urbino. 
ser Maximilian wegen des Bundes von Cambrai gesendet. 
ging nachmals in die Dienste des Cardinals di S. Croce 
(Bernardino Carvajal) und blieb einige Zeit am Hofe von 
Urbino. Hier wurde sein musikalisches Talent durch die 
Musiker Pietro Monti und 'l'erpandro unterstützt, besonders 
aber durch Barletta, der, selbst ein 'l'änzer, stets bereit 
war, wenn die Damen Margherita Gonzaga und Costanza 
Fregosa, nachmals Gemahlin des Agostino Lando aus Pia- 
ceilza, die Gesellschaft durch die Grazie ihres Tanzes zu 
erfreuen wünschten.  Durch Lebhaftigkeit des Geistes 
und Feinheit des Urtheils höchst ausgezeichnet und alle 
an Adel der Haltung übertreffend, war Emilia Pia, Schwe- 
ster des Ercole Pio, IIerrn von Carpi, und Gemahlin des 
Grafen Antonio da Montefeltro, natürlichen Bruders des 
Herzogs Guidubaldo. Schon Witwe in ihrer Jugend, er- 
warb sie sich die höchste Achtung, als sie, obgleich noch 
in jugendlichen Reizen blühend, alle Ileirathsanträge ab-' 
lehnte, und in strenger Sitte im innigstexi Verband mit der 
tngendhaften Herzogin von Urbino lebend, die schönste 
Zierde ihres Hofes wurde. Eine ihr zu Ehren geschlagene 
Medaille zeigt ihr Bildniss mit der Umschrift: Aemylia Pia 
Feltria, und auf der Rückseite eine Pyramide mit einer 
Urne und der Umschrift: Castis Cineribus._- Zuletzt noch 
nennen wir von den Damen, welche den -IIof zu Urbino 
zierten, Johanna della Rovere, verwitwete Ilerzogin von 
Sora, welche nach dem Tod ihres Gemahls sich an den 
I-Iof ihres Bruders, des Herzogs Gnidubaldozurückgezogen 
hatte. 
Alle diese und noch viele andere Personen befanden 
sich beständig oder vorübergehend am Urbiner Hofe, so 
dass derselbe zuweilen von ausserordenllichem Glanze um- 
geben war, wie sich dieses z. B. ereignete, als hier im 
Mai 1505 "die Venetialnische Gesandtschaft an Papst Ju- 
lins II verweilte, und von der Herzogin aus Erkenntlichkeit 
für die in Venedig empfangene Gastfreundschaft herrlich 
hewirthet wurde. Die Gesandtschaft bestand ans dem Car- 
dinal Bernartlo Bembo, Girolamo Donati, Paolo Pisani, An- 
drea Veniero, Niccolb Foscarino, Leonardo Mocenigo, An-
        

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