Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509580
Frauenbilzlwzisse. 
Zwei 
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digen Platz in der grosshcrzoglichen Gallerie im Palast 
Pitti fanden. 
Mit mehr Freiheit behandelt, leider aber jetzt Sehr 
verputzt, ist das Portrait einer jungen Florentiilerin in der 
'l'ribune zu Florenz, welche vor dem Wiedererscheincn 
obiger Bildnisse als das der Maddalena Doni ausgegeben 
wurde, nun aber in die Reihe der ungekaxlnten zurücktre- 
ten muss. Dass es aber von Rafaelis Hand sei, davon 
zeugt nicht nur ein gewisses Etwas, was den Kunstfreund 
sogleich als Rafaelisch anspricht, sondern auch die Anord- 
nung der Kleider und die eigenthümliche, geistreiche Be- 
handlungsart, welche an die der obigen Portraitc entschie- 
den erinnert.  
Meisterhafter behandelt und vortrefflich erhalten ist noch 
ein drittes weibliches Portrait, nämlich das einer jungen 
Frau, gleichfalls in der damaligen Tracht der Florentine- 
rinnen. Ohne von regelmässiger Schönheit zu sein, hat 
sie im Ausdruck doch etwas behagliches, sehr lieblich-wohl- 
wollendes, welches sogleich anspricht und fesselt. Nach 
Art der jungen Frauen, die guter Ploifnung sind, lässt sie 
ihre linke I-Iand auf dem obern Theil ihres Leibes ruhen, 
während sie mit der Rechten einen Handschuh fasst. Ihr 
lang herabhängendes Haar ist in ein Gold dnrchwirktes 
Netz gefasst. Dies schöne Frauenbildniss, welches sich 
lange Zeit unter den zurückgestellten Gemälden des Gross- 
herzogs befand, ist erst seit einigen Jahren in einem der 
Säle des Palastes Pitti wieder zu gebührenden Ehren ge- 
kommen. 
Wir begleiten nun Rafael nach Bologna, wohin ihn der 
Wunsch, diese berühmte Stadt kennen zu lernen, der ausgebrei- 
tete liuf des Francesco Francia, von dem er schon so viel durch 
Timoteo Viti gehört, endlich vielleicht selbst die Einladung 
des Giovanni Bentivoglio, der damals Bologna beherrschte, 
dürften gelockt haben. Denn dass er in dieser Stadt ge- 
Wesen sei  scheint die genaue Bekanntschaft mit Fraucia 
1) Wenn Vasari über RafaePs Besauch in Bologna nichts berich- 
tet, so mochte solches daher rühren, weil er aus dieser Stadt über- 
haupt. nur unzulängliche Nachrichten in Bezug auf Rafaeb er-
        

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