Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509508
Pcrrirait. 
Tafel für 
die 
Nonnen 
des 
Antonius. 
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das Portrait eines Jiinglings von etwa 18 Jahren, welcher der 
Tracht nach einer begüterten Bürgerfamilie angehörte. Aus 
(lßm Hause 11001131110 del Riccio zu Florenz ist es durch 
mehrere Ilände zuletzt in den Besitz des Königs Ludwig 
von Baicrn gekommen. 
Nachdem Rafael auf diese Weise den Winter unter 
Studien und der Ausführung einiger Bilder in Florenz zu- 
gebracht hatte, drängten ihn mehrere Bestellungen nach 
Perugia zurückzukehren. Für die dortigen Nonnen des 
h. Antonius aus Padua scheint er selbst schon früher eine 
grosse Altartafel angefangen zu haben, indem sich darin 
verschiedenartige Behandlungsweisen kundgeben, die eines- 
lheils augenfallig an frühere Werke, namentlich in den Cha- 
rakteren der Apostel Petrus und Paulus, an die Krönung 
Mariä, und in der dunkeln Färbung einiger Gewänder an 
das Sposalizio erinnern, während anderntheils die weibli- 
chen Heiligen die in Florenz erworbene Auffassungsweise 
zeigen. Das Ilauptblatt stellt die auf einem reichen 'I'hron 
sitzende h. Jungfrau vor, welche das, nach dem Wunsche 
der Klosterfrauen, bekleidete Christkind auf dem Sehoose 
mit ihrer Rechten fasst, und mit der Linken den bei ihr 
stehenden kleinen Johannes, der verehrend den Segen sei- 
nes göttlichen Gespielen erhält. Zu den Seiten auf den 
Stufen des 'I'hrones stehen zwei überaus zierliche weibliche 
Gestalten: die h. Catharina und die h. Rosalia, und vor 
ihnen die Apostel Petrus und Paulus. Über dieser Tafel 
in einem Halbkreis oder einer Lunette ist die _Figur des 
segnenden ewigen Vaters mit anbetenden Engeln zu beiden 
Seiten. Als Altarstaflel dienten fiuif kleine 'l'afeln, von 
denen die drei grössern einen Christus auf dem Ölberg, 
die Kreuztragung und die Mutter, den Leichnam Christi 
im Schoos haltend, darstellen, die beiden kleinern aber die 
h. Franciscus und Antonius von Padua. Nach manchen 
Wanderungen befindet sich das grosse Bild mit der Lunette 
im königlichen Palast zu Neapel, die kleinen Bilder hinge- 
gen in England an verschiedenen Orten. 
Wie aus einem Guss und durchweg den {iorentiner 
Einfluss in den noch Peruginischen Motiven verrathend-i
        

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