Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509464
Erster 
Aufenthalt 
Florenz. 
in 
83 
mit den Meisterwerken der älteren llorentinisellen Schule, 
als auch besonders durch den Umgang mit den lebenden 
Künstlern gefördert werden, die ein grosser Eifer für die 
Studien durch das Beispiel eines Leonardo da Vinci und 
Michel Angelo Bonarroti ergriffen hatte. Nicht minder wohl- 
thätig war für RafaePs Gemüth die freundliche Aufnahme 
in mehrern bürgerlichen Iläusern, wo Kunstsinn das Leben 
verschönerte und erheiterte und er in Verbindungen trat, 
durch die ihm mancher Auftrag zu theil wurde. Bei so 
günstigen Umgebungen musste Rafael sehr bald in dem 
schönen, lebensxrollen Florenz heimisch werden. 
Zwei Meister waren es, deren Werke er hier vor- 
zugsweise studirte: Masaccio, der zuerst in Florenz sich 
von der geistlosen Nachahmung des Giotto losgerissen, und 
durch grossartige Zusammenstellung und entschiedene Mas- 
sen von Lieht und Schatten, durch eine lebendige Auffas- 
sung der äussern Wirklichkeit über ein halbes Jahrhundert 
früher den Weg gezeigt, welchen erst wieder Leonardo da Vinci 
auffasste und hiermit, bei tieferem Eindringen in den pla- 
stischen Theil der Kunst und gründlicherer Kenntniss des 
Einzelnen, die Scnlptlar und Malerei ihrer Vollendung ent- 
gegenführte. Die WVerke dieser grossen Meister boten Ra- 
fael, der wie alle edle Jünglinge von tiefer Sehnsucht er" 
griffen war, einen hohen Genuss, und er fühlte sich hin- 
gerissen und entflammt durelrein neues Licht, welches 
ihm Aufschluss gab über seine eigenen ihm noch verborge- 
nen grossen Eigenschaften. Durch jene Meisterwerke ge- 
weckt, fand er den Weg, der seiner eigenthümlichen Na- 
tur angemessen war, und durch sie gehoben, durchlief er 
siegreich die Bahn bis zum Ziele. Dass Rafael in der von 
Masaccio ausgemalten Capelle de' Brancacci in der Carme- 
literkirche zu Florenz mit andern seiner Kunstgenossen, als 
z. B. Ridolfo Ghirlandajo, Aristotile di San Gallo u. a. m. 
studirte, berichtet nicht nur Vasari, sondern es findet 
sich selbst, wie wir sehn werden, in mehreren seiner 
Werke begründet. Für den Einfluss des Leonardo da Vinßi 
auf Rafael, der indessen erst etwas später eintrat, Pub?" 
Sich eben so entschiedene Documente erhaltän; S0 1st 1m
        

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