Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509458
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Rafael an 
Sozlerini 
e-nepfülzlewz. 
genossen Perugino einen Besuch abzustatten. Genug, Ra- 
faefs Sehnsucht, das vielgepriesene Florenz zu sehn, musste 
in Urbino auf mannigfache Weise genährt werden und sei- 
nen Entschluss zur Reise dahin gar bald zur Reife bringen. 
Sein Vorhaben wurde auch sogleich aufs freundlichste durch 
einen Brief an den Gonfaloniere zu Florenz, Pietro Sode- 
rini, unterstützt, den er von der Schwester des Ilerzogs, 
Johanna della Rovere erhielt. Denn diese befand sich nach 
dem Tod ihres Gemals grade (lamals mit ihrem Sohne, dem 
Erbprinzen Francesco Maria, am Hofe von Urbiuo und 
scheint unsern jungen Rafael mit wahrhaft mütterlicher 
Liebe begünstigt zu haben. Der Empfehlungsbrief ist aber 
folgenden Inhalts: 
Grossmächtiger und erhabener Herr, 
als Vater von mir zu verehren! 
Der Überbringer Dieses wird. Rafael Maler aus Urbiuo 
sein, welcher mit einem schönen Talent für seine Kunst 
begabt, entschlossen ist, einige Zeit in Florenz um seiner 
Studien willen zuzubringen. WVie nun schon sein Vater 
voll guter Eigenschaften und mir sehr werth war  so ist 
auch sein Sohn ein bescheidner junger Mann von feinen Sitten; 
daher ich ihn in allen Riicksichten überaus liebe und wün- 
sche, dass er zu guter Vollkommenheit gelangen möge. Ich 
empfehle ihn deshalb Ew. Ilerrlichkeit aufs angelegent- 
lichste und so sehr ich nur kann, mit der Bitte, dass mir 
zu Liebe es Euch gefallen möge, ihm bei allen Gelegena 
heiten eine jede Hiilfe und Gunst zu gewähren, da ich 
alle, die Gefälligkeiten und Leistungen, welche er von Ew. 
Herrlichkeit empfangen wird, als mir selbst erzeigt und 
als eine mir sehr angenehme Beweisung ansehn werde. Die 
ich mich Euch empfehle und zum besten Dienst erbiete. 
Johanna F eltria di Ruvere 
Herzogin von Sora und Roms Präfectin. 
Urbino den l. October 1504. 
Wir folgen nun unserm wohlgemuthen Rafael zum er- 
stenmal nach Florenz, wo ein neues Leben seiner harrte; 
denn hier sollte er eben sowohl durch die Bekanntschaft 
1) Siehe im Anhang IX die Note zum Originaltext.
        

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