Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509443
Rafhel in 
Üißizzb; 
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nach den Capuzinern aufgenommen. Sie befindet sich, 
wie so manches andere Interessante aus Bafaefs Jugendzeit 
in dem schon mehrerwähnten Skizzenbilch, welches in der 
Akademie zu Venedig aufbewahrt wird   
Indessen hatte Rafael am Hofe zu Urbino Gelegenheit 
gehabt, mit manchen ausgezeichneten Personen in nähere 
Berührung zu kommen, die zum Theil nicht nur in der 
Zllkllllft illm förderlich wurden, wie z. B. Achille de' Grassi 
aus Bologna, Bischof zu Pesaro, welcher nachmals eine 
Verkündigung von ihm malen liess, sondern jetzt schon 
durch ihren Umgang seine Kenntnisse bereicherten, seinen 
Geist belebten. Auch konnte es nicht fehlen, dass er durch 
sie manche Kunde über das Kunstleben in andern Städten, 
besonders in Florenz erhielt, wo grade damals Leonardo 
da Vinci mehrere seiner berühmtesten Werke ausführte, 
wie namentlich das Wundervolle Bildniss der schönen Mona 
Lisa, den hochgepriesenell Carton zur heiligen Familie, 
besonders aber den des Reitergefechts um die Fahne in 
der Schlacht bei Anghiari 2). Diese und ähnliche Mitthei- 
lungen über den "grossen Florentiner mochten bei Rafael 
ein um so grösseres Verlangen jene Kunstwerke zu. sehen- 
erregen, als er schon durch Perugino manches von Leonardo 
gehört haben musste, und selbst zur Zeit, als er bei Pe- 
rugino arbeitete, wahrscheinlich Gelegenheit gehabt, jenen 
gefeiertesten der damaligen italienischen Künstler persön- 
lich kennen zu lernen. Leonardo war nämlich im Jahr 1502 
oder Anfangs 1503 nach Perugia gekommen, um im Dienst 
des Valentino die Festungswerke zu besichtigen, bei wel- 
cher Gelegenheit er sicher nicht versäumte seinem Jugend- 
1) Höchst wahrscheinlich zeichnete Rafael auch damals die Bild- 
nisse der alten WVeltweisen und Dichter, die sich in demselben Skiz- 
zenbuch befinden, und denjenigen nachgebildet zu sein scheinen, 
welche Herzog Federico im Studienzirnmer des Palastes hatte aus- 
führen lassen, Siehe im Catalog der Zeichnungen N. G3 ff. 
2)lDas Original des Portraits der Mona Lisa ist im Pariser 
Museum, Der Carton der h. Familie in der Akademie zu Loudonä 
über der des Reitergefechts ging in den Florentiner Unruhen zu 
Grunde. 
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