Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509370
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Bildniss 
Hafaefs 
in 
Siena. 
gcnden fiinf Jahren in Perugia, Urbino und Florenz vollen- 
det wurden. Indessen soll hiemit nicht in Abrede gestellt 
werden, dass Rafael sich einige Zeit in Siena aufgehalten  
vielmehr wird dies durch die Zeichnung nach der antiken 
Gruppe der drei Grazien in der Libreria des Doms zu 
Siena, welche sich in Iiafaefs Skizzenbuch zu Venedig bca 
findet, zu sehr grosser Wahrscheinlichkeit erhoben. 
 Noch ist einer alten 'I'raditi0n hier zu gedenken, zn- 
folge welcher sich das Portrait Rafaelis in diesen Malereien 
befinden soll. Sonderbarer Weise glaubte man es aber im- 
mer da zujinden, wo. alle Wahrscheinlichkeiten entgegen; 
stehn. Einmal sollte er sich im ersten Bild, in dem jun- 
gen Reiter, nämlich in Äneas Sylvius selbst portraiiirt ha- 
ben, ohne dass man bedachte, dass kein Maler es wagen 
würde sein eigenes Abbild der Ilauptligur unterzuschiebcn. 
F. Longhena in seiner Übersetzung des Werkes von Qua- 
tremere de Quincy glaubt es in dem etwa zwölfjährigen 
Pagen, der bei dem Dogen Christoforo Moro steht und 
dessen Mütze hält, zu finden, während doch Rafael damals 
wenigstens 20 Jahr alt war, die Gesichtsbildung des Pa- 
gen auch durchaus nicht portraitmässig ist. Andere, wie 
Rehberg und Pnngileoni, glaubten es mit vielen andern 
Portraiten berühmter Männer in der Krönung Pius III zu 
entdecken , welche Angaben nachweislich grösstentheils falsch 
sind. Herr von Rnmohr ist der erste, welcher richtig die 
jugendliche Gestalt neben dem Pinturicchio im Bild der 
IIeiligsprechung_ der Cathariila von Siena, als das Bildniss 
Rafaefs bezeichnet hat. Er irrt jedoch, wenn er zur Un- 
terstützung seiner weitem Behauptung: dass das Portrait 
aus dem Hanse Altoviti das des Rafael sei, nun sagt, dass 
derselbe blonde Haare und blaue Augen habe, denn sie sind 
hier, wie in allen echten Abbildungen nnsers Meisters, beide 
braun. Bemerkenswerth ist übrigens in den beiden Por- 
traitfigilren von Rafael und Pinturicchio die Stellung, die 
denselben gegeben ist; denn der junge Rafael in einem ge- 
wissen Gefühl von Selbstbewusstsein, schaut ruhig aus dem 
Bilde, während Pinturicchio etwas zur Seite hinter ihm 
stehend, ihn sozusagen bewundernd betrachtet: eine Dara
        

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