Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509320
Die 
153'502: 
eines 
Ritters. 
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als dieses Nladounenbiltichen, an welchem Rafael sicher 
mit besonderer Liebe gearbeitet. Auch bezeugen diß Vißlßll 
alten und neuen Copien, die man an verschiedenen Orten 
trilft, hinlänglich, welchen Zauber es zu allen Zeiten aus- 
geübt hat.  
Eben so anziehend und liebevoll behandelt ist ein an- 
deres kleines Bild eines unter einem Lorbeerbäumeheu schla- 
fenden jungen Ritters, dem die allegorischen Gestalten ed 
ler Bestrebungen und der Freuden des Lebens erscheinen, 
ihm Ruhm oder Genuss weersprechenxl. Rafael hat uns (larin 
seine eigene Gemüthsverfassilng offenbart und gezeigt, wie 
er, der edel aufstrebende Jüngling, von den verschiedenen 
Anforderungen des Lebens lebendig ergriiieil, bald zu Lust 
und Freude, bald zu Ernst und Arbeit mächtig hingezogen 
wurde. Mild und doch ernst steht zu seiner Rechten die 
eine der beiden weiblichen Figuren in purpur-violettem Ge- 
wande, ihm ein Schwert und ein Buch vorhaltend, gleiche 
sam eine Auiinnnteruug zu Kampf und Studium. Eine steile 
ltelsenbilrg sieht man in der Landschaft hinter ihr. Zu 
seiner Linken dagegen steht in reizender Geberde eine an- 
dere weibliche Figur in schillerndem Gewand mit Blüt-heu 
und Korallperlen geschmückt und. bietet ihm einige Blumen 
dar, ihn gleichsam zur Üppigkeit des Lebens anregend. 
Hinter ihr sieht man in reicher Landschaft eine Stadt am 
bergbegrenzten Fluss. Der iastjugendliche Held aber, auf 
seinem Schilde liegend, scheint wie im 'l'rainne tief be- 
wegt, und nur- das hinter ihm aufsprossende Lorbeerbiium; 
chen scheint uns Aufschluss über seinen Entschluss zu er- 
theilen, hinfort nur dem wahren Ruhme sein Leben zu wid- 
men. Das allerliebste Bildchen, ehedem in der Gallerie 
Borghese, istaiaeh "Fluglanil gewandert und wird nun nebst 
dem Originalentwurf dazu von Lady Sykes nach Verdienst 
als ein köstliches Kleinod bewahrt. Sie hatte die Güte 
mich eine Zeichnung davon nehmenlzu lassen, so dass ich 
durch beifolgenden Kupferstich von Ludw. Gruner (Ta- 
fel VII) die Composition genügend veranschaulichen kallll- 
In England in. der königlichen Gemäldesammlung zu 
Kensington sah ich noch ein Bildchen RafaePs, dessen Ent-
        

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