Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509300
Krönuny 
Die 
Mafriä. 
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Schofsmütze eine reiche reliefartige Verzierung von See- 
pferden, 'l'_ritonen, Nymphen und Knaben, von schöner, 
zierlicher Erfindung; in der obeni Einfassung aber sieht 
man in einem Rund das goldumstrahlte „ In hoc signo". 
(I. II. S.) So ist das Ganze eine Darstellung höchster Freu- 
digkeit und alles scheint in die Worte „Venimus cum mu- 
neribus adorare Dominum" einznstimmen, welche einst über 
dem Bilde in der Capelle Aicajani zu Spoleto mit goldnen 
Lettern standen. Denn an diesen Ort ward es seit dem 
Jahr 1'733 gebracht; da es in der Kirche zu Ferentillo 
durch Feuchtigkeit so sehr gelitten hatte, dass theilweis, 
besonders in den blauen und grünen Gewändern, ganze 
Stücke sich abgelöst haben. Im Jahr 1825 kam es nach. 
Rom, wo es acht Jahre darauf für das Berliner Museum 
erstanden wurde.  
Dürfen wir den Angaben des Professors Canale Glan- 
ben beimessen, nach welchem sich im Nachlass des Cardi- 
nals Borgia ein Brief Rafaefs an einen seiner Freunde aus 
jener Zeit vor-fand, so war unser junger Künstler damals 
hocherfreut "über einen ihm von Madonna Maddalena degli 
Oddi ertheilten Auftrag, da diese Dame sehr einilussreich 
sei und ihm viele Arbeiten verschaffen könne." Es ist hier 
nämlich die Rede von der grossen Altartafel mit der Krö- 
nung Mariä, ehedem in der Franciscanelfkirche zu Perugia, 
die um kein volles Jahr später als obige Anbetung der Kö- 
nige bei ilnn von besagter Dame bestellt wurde. Denn es 
unterliegt keinem Zweifel, dass dieser Auftrag ihm gewor- 
den, bevor noch die damals in Perugia herrschende Fa- 
milie degli Oddi durch Gio.Paolo Baglione wieder verdrängt 
wurde. Dieses ereignete sich aber unmittelbar nach dem 
am 117. August 1503 erfolgten Tode des Papstes Alexan- 
der VI l). Auch ist die Altartafel noch in der herkömmli- 
chen Weise der Umbrischen Schule componirt und ausge- 
üihrt, so dass nicht nur in unsern, sondern selbst zu des 
Vasari Zeiten von solchen, die für Kilnstsachen kein scharf 
Gulidobaldo" I. 
5 i! 
di 
fatti 
1) Siehe B. Baldi, Dell_a vit-a e de' 
Montefeltro Duca diUibino. II. p. 120.
        

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