Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509292
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Altarbild für 
Fcrentillo. 
des Misgeschicks in äussern Dingen. Das Bildchen sah ich 
in England im Besitz eines Kunsthäildlers. 
Ein bedeutenderes Werk fertigte Rafael für die dem 
Apostel Petrus gewidmete Abteikirche zu Ferentillo, ei 
nem zwischen Spoleto und Terni gelegenen Flecken; und 
zwar auf Veranlassung des Abtes Aneajano Ancajaxli, der 
in den Jahren 1478 bis 1503 dem Kloster als Abt vore 
stand. Sei es nun, dass Rafael auf einer Wanderschaft in 
jenen Gegenden zufällig nach dem schön am Fuss des hov 
hen Berges Solenne gelegenen Kloster gekommen, oder dass 
 er vom Abt dahin eingeladen wurde, genug einer allen Tra- 
dition in der Familie Aneajani zufolge, verweilte er hier 
einige Zeit, um Überreste antiker Gebäude zu studireu. 
und malte aus Dankbarkeit für die gastfreie Aufnahme auf 
eine grosse, ungrunldirte aber feine Leinwand, wie er sie 
grade vorfand, eine Anbetung der Könige. Dieses köstliche 
Bild in Leimfarben ausgeführt, zeigt zwar noch die sym- 
metrische, herkömmliche Weise des Perugiilo, und in den 
einzelnen Figuren dessen Motive, allein nach Rafaefs reiche! 
rem Geiste auch wieder eine weit grössere Mannigfaltig- 
keit in der Anordnung und eine lebendigere Frische in den 
beseelten Gestalten und dem anmuthsvollen Ausdruck der 
Köpfe. Demllthsvoll kniet hier mit gefaltenen Händen die 
h. Jungfrau vor dem zur Erde liegenden Christkinde, das 
von zwei Engeln verehrend umgeben wird. Joseph in Be- 
trachtung versenkt, steht hinter der Jungfrau zur Linken, 
während rechts die Könige hocherfreut dem Neugebornen 
huldigen. Hinter ihnen sieht man ihr reiches Gefolge und 
in der Ferne noch mehrere Krieger so wie einen Zug mit 
Pferden und Kameelen. In der Höhe aber singen drei En- 
gel" das Gloria. Das Bild umgibt ein breiter Rand mit rei- 
chen Arabeskexl von grauer Farbe auf gelbem goldpunctir- 
ten Grund, und in den vier Ecken stehen die halben Fi- 
gureu von zwei jungfräulichen Sibyllen, der h. Benedict 
und die h. Seholastica, erstere prophetisch auf das Jesus- 
kind hilldelltend, letztere es mit gefaltenen Händen und 
mit Blicken verehrend. In dem untern Theil der Einfas- 
sung umgibt das Wappen der Familie Ancajani mit der Bi-
        

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