Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509284
Bilder in Pnrzlginrfs [Vanimn 65 
selbst dann die Hand RafaeYs erkennen "würde, We'll! 61' 
auch nicht in die Verzierung des Brustsaurnes die Buchsta- 
ben R. d. V. verschlungen hätte. 
Noch ein anderes Madonnenbildchen Rafaefs ist vor- 
handen, von dem mit Gewissheit angegeben werden kann, 
dass er einen Entwurf des Perugino (nun in der reichen 
Sammlung des Pjrzherzogs Karl in Wien) dabei benutzte. 
Ehedenl im Palast Borghese, ist es nun in das Berliner 
Museum gekommen. In ihm erblicken wir die h. Jungfrau, 
welche das Christkind im Schoos auf einem Kissen hält 
und es liebreich betrachtet, während der hfHieronymus und 
S. Franeiscus zu Beider Seiten stehend, es anbetend ver- 
ehren. Das köstliche Andachtsbildchen mit halben Figuren 
ist mit grosser Feinheit ausgeführt und erinnert in den 
Charakteren der Köpfe sehr an die grosse Altartafel mit 
der Krönung Hariä, daher es wohl um dieselbe Zeit dürfte 
entstanden sein. 
In einer frühern Epoche, wie mir scheint, in der Zeit 
als Rafael das (Iruciiix für die Dominicanerkirche in Citta 
di Castello malte, entstand ein anderes Madounenbildchen, 
jetzt gleichfalls im Berliner Museum. Es kommt aus der 
Sammlung Solly, und stellt die in einer Landschaft sitzende 
h. Jungfrau dar, welche in einem Buche liest und liebreich 
mit der Linken das F iissehen des auf ihrem Schoose sitzen-' 
den Christkindes fasst. Dieses hält einen Stieglitz in der 
Hand, und blickt zum Buche empor, aufmerksam auf die 
Wvorte des Lebens horchend und gleichsam int einer tief- 
verborgenen Erinnerung lebend.   
Richtiger gedacht, als vorzüglich ausgeführt, ist ein 
kleines Bild, worin dargestellt ist, wie Kain und Abel ge- 
meinschaftlich an einem Altar opfern. Ersterer kniet vor 
dem Altar und bringt Gott sein Opfer in treuer Einfalt 
dar, welches auch durch einen von oben herabfahrenden 
Strahl, zum Zeichen der Annahme verzehrt wird. Kain 
dagegen mit verhärtetem Sinn fasst den Altar mit beiden 
Händen, und bläst erzürnt mit aller Gewalt ins" Feuer, 
dessen Rauch nicht aufsteigen will; uneingedenk dass Gott 
iie Ilingabe des Herzens verlangt, sucht er die UrSaCllß 
l. 5
        

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