Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509273
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Bilder 
in 
Peruyivzifs 
Illanier. 
entlehnte er sie Vorbildern des Meisters, indem er wahr- 
scheinlich Bestellungen an denselben als Gehiilfe in dessen 
Werkstätte auszuführen hatte. Aber auch wenn er eigenen 
Erfindungen folgte, so sind seine Bilder jener Epoche doch 
so sehr in Peruginds Art und Weise behandelte, dass sie 
nur durch eine leise Beimischung von Rafaefs Eigenthiim- 
lichkeit, durch mehr Geist und eine feinere Auffassung des 
Lebens zu unterscheiden sind. 
Zu den nach Peruginischen Angaben ausgeführten 
Bildchen sind jene zwei zu rechnen, welche er nach der 
Altarstaifel zur Ielimmelfahrt Christi in S. Pietro Maggiore 
ausfiihrte, und die Taufe Christi und die Auferstehung dar- 
stellen. Aus der Ilinteriassenschaft lnghiramfs von Vol- 
terra erstand sie König Ludwig von Baiern. 
Ein andermal führte Rafael die Fliigelbilder zu einem 
Madounenbild des Meisters aus, wobei er wahrscheinlich des- 
-sen Entwürfen folgte. Sie stellen eine h. Catharina und 
eine h. Maria Magdalena vor; sie sind, nachdem das Mit- 
telbild verschwunden ist, nun in einen Rahmen vereint und 
befinden sich in der reichhaltigen Sammlung des Cav. Vin. 
Camuccini in Tiom. Figiirchen und Landschaft sind noch 
ganz Peruginisch behandelt, nur im Ausdruck des sehn- 
suchtsvoll gewendeteil Kopfes der Magdalena tritt Rafaefs 
Individualität entschieden hervor. 
Sicher ein Motiv des Meisters benutzend, hat Rafael 
jenes schon erwähnte Madonnenbild im" Besitz der Gräfin 
Anna Alfani zu Perugia ausgeführt. Nur fügte er, nach 
Art seines Vaters, noch zwei Cherubiznköpfchen in den 
Ecken des dunkelblauen. Grundes bei, welche beide voll 
himmlischer Seligkeit auf die Mutter mit dem göttlichen 
Kinde herabschauen. Die sitzende Maria,- eine halbe Fi- 
gur, schlägt demuthsvoll die Augen nieder, und hält das 
auf ihrem Schoose stehende Jesuskind mit beiden Händen, 
während dieses, den leichten Schleier der Mutter fassend, 
in kindlicher Aufmerksamkeit, wie zur Erhörung einer 
Bitte, sein Köpfchen seitwärts wendet. Das Bildchen ist 
auf eine so zarte Weise ausgeführt und im Ausdruck so 
seelenvoll, dass man in der Peruginischen Composition
        

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