Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509260
Arbeiten 
in 
Cilta 
zli 
Castello. 
63 
hiagdalena und dem Kirchenvater Hieronymus. Rafael, er- 
füllt von Verehrung für seinen Meister Perugino, folgte im 
Entwurf des Gemäldes genau den Vorbildern, welche er 
in (ICSSEII Schule hatte kennen lernen; Zur Darstellung des 
Gekreuzigteil bediente er sich selbst der Zeichnung nach 
einem Studium, welches Pcrugino zu dem jetzt in S. Gio- 
vanni la Calza zu Florenz befindlichen Bilde gemacht hatte- 
Denn obgleich Rafael der Figur schlankere, selbst über- 
schlanke Verhältnisse gab, so ist doch die Haltung aller 
ihrer Theile genau dieselbe. So sind auch die übrigen Ge- 
stalten der Heiligen andern Vorbildern seines Meisters nacl1- 
geahmt, und in den zwei auf Wölkchen stehenden, stark 
bewegten halb erwachsenen Engeln, welche in kleinen Va- 
sen das den Wunden entquellende Blut auffassen, so wie in 
der Andeutung von Sonne und Mond über dem Kreuze, 
folgte Rafael einer altchrisllichen Darstellungsweise, die er 
gleichfalls in der Schule hatte kennen lernen. Die Land- 
schaft mit einigen zierlichen Bäumchen ist nach dem Cha- 
rakter des Unibrischen Landes, "mild hiigelich, in desPe- 
rugino Art, wie denn auch Behandlung, Färbung und die 
'l'ot,alw'irklnig des Bildes dermasseil damit übereinstimmen, 
dass man beim ersten Anblick ein Bild jenes Meisters vor 
sich zu sehen glaubt, welches nur im Ton und in der-Zeich- 
nung etwas schwächer, in den Charakteren aber feiner und 
geistvoller ausgefallen ist. Indessen belehrt uns die In- 
schrift auf dem Stamme des Kreuzes RAPHAEL. VRBINAS. P. 
über den wahren Urheber dieses Werkes. Auch dieses Bild 
ist erst in neuern. Zeiten gegen Gold und eine schlechte 
Copic, welche nun die geweihte Stätte eingenommen, nach 
Rom in die reiche (Sellerie des Cardinals Feseh gewandert. 
Der zusorkommxrnden Gefälligkeit Sr. Eminenz verdanke ich 
es durch beiliegende  Vl) des noch nie in 
Kupfer gestochenen Gemäldes einen anschaulichen Begriff 
von Bafiurfs Bildungsstufe jener Epoche geben zu können. 
Nach Vollendung dieser Werke kehrte der wohlgemu- 
tlle, junge Schüler wieder nach Perugia zilriick und führte 
mehrere kleinere und grössere Bilder aus. Alle tragen 110011 
ganz das Gepräge der Schule des Perugino, öftßrs Wulst
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.