Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509251
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Arbeiten 
Cilia 
di 
Castello. 
deren Anlass gibt, so verschaffte ihm wohl die Kirchen- 
fahne, worin er sein schönes Talent kundgegeben, die be- 
deutendere Bestellung eines Bildes für die Augustinerkirche 
derselben Stadt. Es sollte die himmlische Krönung des 
wunderthätigen Einsiedlers Nieolaus von 'l'olentino auf die 
ihm von den Mönchen vorgeschriebene Weise darstellen. 
Den Angaben bei Lanzi und Pungileoni zufolge sah man 
im obern Theil des Bildes einen Gott Vater von Seraphim- 
köpfehen umgeben, und zu dessen einer Seite die h. Jung- 
frau auf einem ',l'hrone sitzend, und den halb in Wolken 
gehiillten h. Augustinus, beide gemeinschaftlich beschäftigt 
den h._Nicolaus von Tolentino zu krönen. Dieser stand, 
ein Crucilix in der Iland, und den Satan unter seinen 
Fiissen, von vier Engeln immer paarweis umgeben, die in 
ihren Händen Pergameu(streifen mit dem Lob des heiligen 
Eremiten hielten. Auf der andern Seite stand der h. Bi- 
schof Nicolaus 'von Bari, auf dessen Fürbitte, der Legende 
zufolge, die Mutter des 'l'oleutiners ihn als eine Gabe Got- 
tes empfangen hatte. Die lebensgrossen Figuren sollen noch 
ganz in der Art des Perugino behandelt gewesen sein, so 
versichern es uns Vasari und Pungileoni. Nach Lanzi be- 
fanden sich die Figuren wie in einem 'I'empel, dessen Pi- 
laster mit kleinen Verzierungen, wie sie Mantegxia zu be- 
handeln pflegte, versehn waren. Dieses Altarblatt, nach- 
dem es an drei Jahrhunderte der Kirche zur Zierde gedient 
hatte, litt so sehr durch ein Erdbeben, dass die Mönche, 
um ihre Kirche herstellen zu können, es im Jahr 1789 dem 
Papst Pius VI gegen eine bedeutende Summe üherliesseil. 
In mehrere Stücke zertheilt wurden die Überreste in sei- 
nem Zimmer im Vatican aufgehängt, verschwanden aber 
zur Zeit des Einfalls der Franzosen. Zwei Studien zu dem 
Bilde in schwarzer Kreide bewahrt die Sammlung von Zeich- 
nungen, welche WVicar seiner Vaterstadt Lille vermacht hat. 
Noch einen dritten Auftrag erhielt Rafael in Citta di 
Castello von der Familie Gavri oder Gavari. Es wurde ihm 
nämlich aufgegeben ein grosses Altarblatt für ihre Capelle 
in der Dominicanerkirche zu malen, welches Christum am 
Kreuze darstellen sollte, umgeben von Maria, Johannes,
        

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