Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509244
Arbeiten 
in 
Cii ta 
cli 
Castello. 
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auch in der Werkstätte seines Meisters hatte kennen ler- 
nen Gott Vater in einer Glorie auf Wolken sitzend, hält 
im Sehoose vor sich den ans Kreuz genagelten Heiland; 
die weisse Taube, als Symbol des heiligen Geistes schwebt 
zwiSCllCll lllllen. Flach dem erhaltenen Auftrage klllßll fer- 
ner am Fuss des Kreuzes der bekleidete S. Sebastian, einen 
Pfeil haltend, und der h. Rochus, beide sehnsuchtsvoll den 
Blick nach Gott gewendet, und gleichsam bittend, das Land 
vor Seuchen und Plagen zu behüten, da sie als Fürbitter 
in dieser Beziehung in jenen Gegenden besonders verehrt 
werden. Alle diese Gestalten erinnern an ähnliche von, Pe- 
rngino, tvährend zwei Engelsköpfchen in den obern Ecken, 
wovon das eine auf  das andere abwärts schaut, sowie 
auch die felsige Landschaft entschieden auf die Darstel- 
lungsweise seines Vaters hinweisen. Origineller behandelte 
Rafael die Erschaffung des Menschen: Adam, eine mäch- 
tige Gestalt, worin der Begriff einer ursprünglichen Fülle 
und Kraft, wenn auch noch sehr schülerhaft, ausgedrückt 
ist, liegt in Schlaf versunken. Hinter ihm erhebt sich ein 
mit einzelnen Bäumchen bewaehsner schroifer Felsen, der 
einen weiten, dunkeln Schatten geheimnissvoll über die Ge- 
gend hinter Adam wirft, und gewissermassen eine Verfina 
sterung oder einen Fall in ihm andeutet. Sorglich und be- 
hutsam naht nun Gott Vater, ein ehrwürdiger Greis mit 
langem Bart, in grossen Schritten herbei und nimmt eine 
Rippe aus Adam's Seite, um Eva seine Gehüliin daraus zu 
bilden. In der Luft schweben zwei Engel, bewundernd und 
anbetend in Anschauung versenkt. Diese stehen nun wie- 
der ganz nach Art des llleisters Perugino mit einer Fuss- 
spitze auf Wölkchen, den andern lfuss graziös nach hinten 
emporhebend, wie denn überhaupt durchgehends in beiden 
Malereien Bildung, Färbung und Behandlungsart einen treuen 
Schüler Peruginds verrathen. Beide Bilder sind zierlich 
mit einem goldnen Meander und Palmetten auf azurblauem 
Grunde eingefasst, und im Mantelsailm des ewigen Vaters 
hat Rafael, um keinen Zweifel über den Verfertiger des 
Bildes Zll lassen, ein deutliches R eingeschrieben. 
Wie es nun häufig geschieht, dass eine Arbeit zu an-
        

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