Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507921
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1509237
60 
Arbeiten 
alt 
Cltta 
Castello. 
hatte Rafael die F reude, in dieser Sache den Familienfrie- 
den für immer hergestellt zu sehen. 
Seinen verehrten Fürsten, den Herzog Guidubaldo traf 
er dagegen in einem höchst kläglichen Zustande. Noch 
nicht 30 Jahre alt, lag er schon am Podagra darnieder, 
nachdem er erst kurz zuvor aus der Gefangenschaft durch 
grosse Opfer war gelöst worden, welche seine treifliche 
Gemahlin Elisabetta durch Ilingabe alles Geschmeide-s und 
einiger Besitzungen und durch Opfer, welche das Land, 
sowohl Weltliche als Geistliche bis zum Betrag von vierzig 
'l'ausend Dncatexi, dem geliebten Fürsten gebracht  Un- 
ter solchen Verhältnissen und bei der noch grossen Jugend 
Rafaefs, die ihm noch nicht gestattet hatte durch bedeu- 
tende Werke Ruhm zu erlangen, kann es ilicht betremden, 
dass damals in Urbino sein Talent nicht in Anspruch ge- 
nommen wurde. 
 Bald darauf aber, und zufolge einer von Lanzi berich- 
teten Überlieferung, wurde ihm schon im Jahr 1500 die 
Freude, einige Aufträge in Citta di Castello zu erhalten, 
wohin er von Perngia aus mit mehreren seiner Freunde 
gewandert, als ihr Meister Pietro Geschäfte halber nach 
Florenz gegangen war Q). Jedenfalls gehören die in jener 
Stadt für die Kirche S. 'l'rinita gefertigte Umgangsfahile 
und das Crucifix in der Sammlung des Cardinals F esch zu 
ltafaefs frühesten Werken. Erstere ist auf zwei ungrun- 
dirten Linnen in Leimfarben gemalt, so dass jede Seite 
eine besondere Darstellung enthielt, die aber nun als be- 
sondere Bilder getrennt und aufgestellt sind. Auf die eine 
Seite hatte er die h. Dreieinigkeit, .auf die andere die Er- 
schaffung des Menschen darzustellen. Den erstern Gegen- 
stand behandelte er genau nach der ältern Weise, die er 
1) Siehe B. Baldi. Della vita e de' fatti di Guidobaldolda Mon- 
ßefeltro Duca (YUrbino. Lib. 12. Milano 1821. 
 Diese Angabe des Vasari könnte sich indessen auch auf Ra- 
faePs zweite Anwesenheit in Citta di Castello beziehen, als er da- 
selbst das Sposalizio malte. Denn Vasari erwähnt dieses Bild mit 
den andern zu gleicher Zeit, obgleich es sicher erst einige Jahre 
später als die hier angegebenen entstanden ist.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.