Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507065
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Bxarichtß, 
Kritiken, 
Erörterungen 
keine Anwendung. Dies hält sich in jener, allerdings beschränkten ge- 
müthlichen Stimmung, aber es giebt dieselbe völlig rein, anspruchslos und 
in einem klaren Wohllaut der Linien und Formen. Es ist, eben seiner 
schönen Naivetät halber, eins der gültigsten Beispiele der Richtung, welche 
es vertritt; und es wäre bei der Reinheit des Gefühles, welche (lasselbe 
erfüllt, höchst fibertlüssig, an Kleinigkeiten zu mäkcln, wie z. B. an dem 
rechten Oberarm des Engels, der sich nicht ganz zur erforderlichen Länge 
entwickeln will. Dergleichen sieht man kaum, wenn das Gemüth durch 
die Gesammtwirkung auf so wohlthuende Weise berührt wird. 
Das Blatt hat, in entschiedenem Wechselbezuge zu dem, was man 
seine Seele nennen könnte, den Charakter einer einfachen Zeichnung, bei 
der der Gewinn einer tieferen und kräftigeren malerischen Wirkung ausser- 
halb der Absichten des Künstlers lag. Die Composition giebt sich in ein- 
fach klaren Linien, mit ebenso einfacher, aber fein durclrgefühlter Schat- 
tenangabe. Der Arbeit des Lithographen, der dies Alles uns in so klarer, 
wie schlichter und zugleich bestimmter Weise vorgeführt hat, gebührt 
entschiedene Anerkennung. _ 
Lindemaun- 
ITTOIIIIIIGPS Skizzen aus Rom 
Ileft lll-V. F01. 
und 
dcr 
Umgebung; 
Kunstblntt 
1853, 
Das deutsche Kunstblatt hat über die ersten Hefte des römischen 
Albums, das mit einfachen lithographischen Mitteln die glücklichsten 
landschaftlichen Wirkungen hervorzubringen weiss, Günstiges berichtet; 
die drei neueren Hefte haben uns nicht minder werthe Erinnerungen, und 
diese in nicht minder gelungener Ausführung gebracht. Wir deuten, was 
das Allgemeine des Unternehmens betrifft, auf das früher Gesagte zurück; 
hinzuzufügen ist, dass diejedesmal gewählte besondre Weise der Behand- 
lung stets im glücklichsten Einklange mit dem eigenthümlicheit Charakter 
der darzustellenden landschaftlichen Scene steht. Für das Einzelne heben 
wir aus der Fülle des neuerlich Gegebenen einige besonders charakteri- 
stische Beispiele hervor. Das Blatt der Aussicht vom Monte Pincio ge- 
hört zu den wirksamsten derer, die durch verschiedenfarbige Platten aus- 
geführt sind; die halb von Wolken verdeckte Glut der abendlichen Sonne 
und die tief in den Vorgrund hereinschweifenden Schatten geben diesem 
Bilde einen eigenthümlich phantastischen Reiz. ln ruhiger Klarheit wirkt 
dagegen die, ebenfalls in farbigem Druck ausgeführte Ansicht der Engels- 
brüßkß, mit der Engelsburg zur Seite und St. Peter im Hintergründe. S0 
sind ferner in ruhigem Ton und Stimmung. bei schon sehr gemässigter 
Farbenanwentlung, die Ansichten des Monte Aventino, der Aqua Claudia, 
des Oastel Gandolfo ausgezeichnet; während der l-lot von St. Maria degli 
Angeli zu Rom, mit den Cypressen Michelangeltfs, den energischen Effekt 
eines Mondscbcinbildes glücklich erreicht. Andre sind völlig einfache 
Kreidezeichnungen, nur mit einem 'l'0ndruck und einzelnen ausgesparten 

        

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