Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507026
Die Episteln und Evangelien mit Summarien, Gebeten und 
Sprüchen auf alle Sonn- und Fest-Tlage durchs ganze Jahr, 
nebst einem Anhangs und 84 Holzschnitten. Herausgegeben vom Evan- 
gelischen Bücher-Verein. Berlin 18521) 
Kunstblatt 
1852, 
Ein Buch, das für die Zwecke christlicher Erbauung, nach dem, von 
der Kirche vorgeschriebenen Jahresgange, bestimmt ist und zunächst 
durch schöne und edle Ausstattung sich ebenso empfiehlt, wie es sich 
durch wohlfeilsten Preis eine möglichst grosse Verbreitung angebahnt hat. 
Wir haben es hier mit der künstlerischen Ausstattung des Buches 
zu thun. Die zahlreichen Holzschnitte, welche dasselbe schmücken. geben 
Darstellungen der Geschichte Jesu, der Parabeln und symbolischen Be- 
züge des neuen Testaments und, als Versinrlbildlichungeir der im An- 
hange u. a. beigefügten zehn Gebote, einige Darstellungen aus dem alten 
'l'estamente. Die Compositionen der Holzschnitte zerfallen in drei, der 
Masse nach ziemlich gleiche Classen. Ein Drittel ist nach Vorbildern 
von Dürer gearbeitet und seinen Cyklen des Lebens der Maria und der 
Passion Christi entnommen, hat also vorzugsweise die Jugend- und die 
Leidensgeschichte des Erlösers zum Inhalt. Ein zweites Drittel ist den 
Blättern der kleinen Meister, besonders des Georg Pens, auch in weni- 
gen Ausnahmen den Cornpositionen ausserdeutscher Künstler des 16. Jahr- 
hunderts nachgdbildet. Das letzt.c Drittel endlich lässt die Compositions- 
weise moderner Künstlerhände erkennen. Es war ohne Zweifel die Ab- 
sicht, so viel als thunlich die Darstellungen der gediegenen alten deut- 
schen Meister beizubehalten und nur, wo das vorliegende Material nicht 
ausreichte, eine anderweitige Aubshülfe zu treffen. Die Blätter der alten 
Meister sind vortrelllich wiedergegeben, wesentlich begünstigt freilich 
durch den Umstand, dass fast durchweg in ihnen zugleich schon eine 
völlig stylgemässe Behandlung des Holzschnittes vorlag. Die übrigen rei- 
hen sich ihnen in entsprechender Behandlung an. 
Die ganze Illustration macht demnach einen so würdigen wie wohl- 
gefälligen Eindruck, vorherrschend in der sicheren Classicität der ange- 
deuteten älteren Richtung. Zu wünschen wäre dabei, dass man, zumal 
bei dem durchgehenden Weglassen der Künstlerzeichen auf den einzelnen 
Darstellungen, die Namen der Meister und die Angabe der Werke, aus 
welchen die Darstellungen im besondern Fall entnommen, etwa auf einem 
besondern Blatte hinzugefügt hätte. Den erbaulichcn Zweck des Buches 
würde dies so wenig gestört haben, wie die Angabe der Dichter und selbst 
gelegentlich ihrer Lebensumstände in den kirchlichen Gesangbüchern. Es 
würde um so zweekmässiger gewesen sein, als für den sinnigen Beschauer 
dieser Bilder doch, wenn auch im mässigsten Grade, ein Zurückgchen 
auf die historischen Verhältnisse ihres Ursprungcs nöthig sein möchte. 
Für den eigentlichen Kunstfreund, auf dessen Theilnahme bei Beschaffung 
des Buches doch auch wohl gerechnet ist und der auch bei dem Zwecke 
unbefangcner Erbauung seine persönliche Eigenschaft nicht irirtl verläng- 
Preis 
ungeb. 
Sgr. 
88h 
Sgr. 
Halbfral 
nzband 
22112
        

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