Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1507015
Lindemanu-lüomxnePs 
Skizzen 
Rom und 
ßllS 
Umgebung. 
der 
731 
Lindemann 
B'r0mme1's Skizzen aus Rom und der 
Rom und Karlsruhe etc. Heft II. F01. 
Umgebung. 
Kunstblatt 
1852, 
Das zweite Heft dieses schönen Werkes entspricht den Vorzügen, 
welche bereits bei Besprechung des ersten  rühmlichst anerkannt werden 
mussten. Es sind, wie dort, geistvoll leichte Kreidezeiehnungen, verbun- 
den mit Ton- oder Farbendruckplatten, in welchen die warmen Töne des 
Lichtes, besonders im Vorgrnnde. den kühleren der Luft und Luftwir- 
kung glücklich entgegengesetzt, auch gelegentlich Andeutungen der Lokal- 
farben gegeben sind , so dass zuweilen mit einfachsten Mitteln eine sehr 
lebendig malerische Wirkung erreicht wird. Aus "Alt-Rom" empfangen 
wir diesmal einen, vermuthlich von der unteren Spitze der Insel S, Bai-- 
tolommeo aufgenommenen Blick auf das jenseitige Tiberufer, über welches 
sich vorn der heitere Säulenkreis des Vestatempels, weiter zurück der 
barocke Faeadenbau von S. Maria in Cosmedin erhebt, während hinter- 
wärts die edle altrümische Architektur dcs Ponte rotto in das Bild hin- 
einspringt,  das Ganze ebenso lebendig, wie in klarer ruhiger Haltung 
wiedergegeben.  Aus „Neu-Rorn" wird uns eine malerische Winkelgasse 
am Kapilnl vßrgeführt, durch die man auf das Stück des tarpejischen 
Felsens, welches aus dem modernen Iläusermeer noch zuTage steht, und 
drüber auf den Pallast (Jatlarelli, wo der preussischc Gesandte wohnt und 
wo früher das römische Nationalheiligthum, der Tempel- des kapitolini- 
SPhen JUPÜCY, Stand, hinausblickt,  ein Blatt, dessen Interesse durch 
eine etwas kräftigere und vollere Haltung vielleicht nicht unwesentlich zu 
erhöhen geWPSen wäre.  Aus den "Gärten und Villen" haben wir einen 
Punkt auf dem Palatin vor uns, die hintere Terrasse der Villa Spada mit 
dem Blick auf die Tiberufer, wo uns noch einmal der Vestatempel aus 
der Ferne begrüsst, auf die Brücken und St. Peters stolze Kuppel. Dies 
Blatt, wesentlich als ein landschaftliches gefasst und. mit entschiednerer 
Andeutung der Lokalfarbe, ist von glücklichster, sehr klarer und ruhiger 
Wirkung.  Aus dem "Sabinergebirg" sehen wir Tivoli mit seinen Sßhäll- 
menden Cascaden, von der Villa des Horaz aus aufgenommen, vor uns, 
ein in einfachen, doch wohl abgestuften Tönen energisch durchgeführtes 
Bild.  Aus dem „Albaner-Gebirge" ein Bild des Sees von Nemi, mit 
der Stadt auf der Höhe. iroch einfacher und ernster gehalten, im Vor- 
nnd Mittelgrunde sehr glücklich angelegt, in den Hintergründen leider 
unruhig und diese letztere Wirkung in dem vorliegenden Exemplar durch 
ungenauen Drucknoch etwas verstärkt.  Aus der "Campagua" empfan- 
gen wir endlich einen Blick über das schon im tiefen abendlichen Schat- 
ten liegende Thnl der Egcria und das Albaner Gebirge in der Ferne, 
eine Darstellung von ebenfalls sehr poesievoller Conception, der aber 
nicht minder in der Haltung eine etwas grüssere Fülle zu wünschen wäre, 
wie auch hier die Wirkung des vorliegenden Exenrplares durch kleine 
Ungenauigkeiten im Druck ein wenig gestört wird. 
Kunstblatt 
18m,
        

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