Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1506977
Muster für 
Neue 
Schnur-SH 
727 
wo ein Kavalier die Stufen ernporkommt und bestirgt illllüllält, weil er 
vermuthlich das Knacken beim Aufziehen des Gewehrs gehört hat, mit 
welghgm ihn ein andrer, der sich auf den höheren Stufen im Dunkel 
birgt, empfangen will; Kostüm und Art des siebzehnten Jahrhunderts, 
Alles durch ein etwas wildes Hineinfegen des Schabemessers in die 
schwarze Farbe zur Anschauung gebracht.  2. Haubrittergesindel, die 
sich des Wagens und der Habe armer Handelslente und dieser selbst be- 
inächtigt haben und unter peitschend niederstürzendem Märzregen, an 
noch unbelaubten Eichen vorüber, zu der durch den Regenschleier nur 
unbestimmt sichtbaren Burg emporeilen; eine kleine Meisterarbcit von 
culturhistorischer und landschaftlicher Charakteristik.  3. Das Innere 
des Bärenzwingers, wie derselbe im zoologischen Garten bei Berlin Jung 
und Alt Ergötzen bereitet, hier, zumal bei den Wasser-tropfenden und 
sprützenden Bestien. ebenso mit derber Laune wiedergegeben.  4. Ein 
Bild zarter RococoSentimentalität: eine junge Dame, am Kamin lesend, 
voll der Finessen und voll der eleganten Gesarnmthaltung, welche solcher 
Darstellung ziemt, illierall, auch in dem weichen Gesamrntton, den ge- 
sehaliten Blättern ähnlicher Richtung aus dem vorigen Jahrhundert ver- 
wandt.  5. Ebenfalls Rococo: Reifenspiel eleganter Damen und Herren 
auf der Üferrasse eines Schlosses, voll feiner, individuell durchgefühlter 
Einzelheiten und zugleich von starker gehaltener Totalwirkung, besonders 
im landschaftlichen Bezuge.  (i. Ein männliches Brustbild, in welchem 
wir Molierc erkennen._ Er ist zu schreiben im Begriff und schaut, die 
Rechte mit der Feder aufgestützt. nachsinnend zum Beschauei- heraus,  
ein Portrait. das uns nicht bloss die zufällige Physiognomie eines geistig 
bedeutenden Menschen, sondern diesen selbst im charakteristischen Me- 
mente geistiger Tdiätigkeit giebt; dies Blatt besonders ein Zeugniss, wie 
diese Schabmanier auch zur vollen künstlerischen Durchbilduug, allem 
leichten Skizzeneffekte fern, vortrefflich geeignet ist. 
Das uns vorliegende Heft hat noch keine Angabe des Verlegers. 
Adolph Mcnzel aber ist schon der Mann, dessen Compositionen man zu 
sammeln bemüht ist, und die neue Manier hat ebcn auch ihr eigen- 
thümliches Interesse, für Sammler wie für andre Leute. 
M u s t er fü r 
Carl Jügels 
Neue 
Schnur-Stickerei. 
Verlag in Frankfurt a 
erfunden von A. Schroedter. 
 M. (Klein Quer-Fol.) 
Kunstblatt 
1852, 
101 
Anzeiger.) 
Wenn der Name Adolph Schroedter genannt wird, so wissen die 
Leser des Knnstblattes, dass es sich um den Meister handelt, in dessen 
Bildern und Radiruixgen, wie nimmer zuvor, der classische Humor in 
allen Farben spielt, vom nachdenklichsten Ernste bis zur kühnsten über- 
sprudelnden Lust. Sie wissen auch, dass dieser Schrödtersehe Humor 
(denn nur nach ihm kann er genannt werden) in derselben classisehexx 
Weise das Oruament- und Arabeskenwerk durchwebt, mit welchem seine
        

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