Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1506831
De 
1a Foudatiou-Goethe 
Weimar 
Pßr 
Liszt. 
713 
currenz festzustellen und darin namentlich auch in demjenigen Kunstfache, 
welches der Turnus trilit, die Untergattung, in der concurrirt werden S01], 
zu bestimmen, im Fall man sich nicht etwa veranlasst sieht, eine Specigne 
Aufgabe zu stellen. 
Mit jeder musikalischen Concurrenz soll ein grosses Musikfest verbun- 
den werden. Der Director, dem die Leitung desselben übertragen wird. soll 
100 Thaler erhalten. In Betreff der auswärtigen Executanten ist die Hoff- 
nung ausgesprochen, dass die Bewohner Weimafs für ihre Beherbergung 
bereitwillig Sorge tragen würden. 
Die Stiftung verlangt als Minimum ein Kapital von 60,000 Thalern, 
als Maximum ein solches von 100,000 Thalern. Dasselbe soll durch eine 
allgemeine Subscription beschalft werden. Die jährliche Ausgabe wird 
mindestens 3000 Thaler, d. h. die Zinsen von 60,000 Thalern betragen. 
Hiebei ist ein zu ertheilender Preis von 1000 Thalern in Anrechnung ge- 
bracht. Es wird bemerkt, dass, im Fall Preise zu 2000 oder 3000 Thalern 
zu ertheilen- wären. bevor man auf die Kapitalsumme von 100,000 Thalern 
gekommen, S. k. H. der Grossherzog von Sachsen-NVeimar geneigt sei, 
das Fehlende zu diesem Zwecke zuzuschiessen.  
Diese Vorschläge, so schön die Absicht im Wesentlichen ist; erwecken 
doch in einigen Punkten Bedenken. Befremdlich ist es von vornherein, 
dass die Architektur von den eigentlichen Concurrenzen ausgeschlossen 
sein soll, während der Verfasser (S. 143) doch in der Literatur nicht etwa 
nur die höchsten Gattungen der Poesie, sondern jede namhafte literarische 
Thätigkeit, mit Ausnahme der streng wissenschaftlichen, berücksichtigt 
wissen will. Ans den beiläufigen Aeusserungen über die Architektur 
(S._153) geht freilich hervor, wie wenig er sein Augenmerk auf das Künst- 
lerxschethdfrselben zu richten geneigt war 1). Es bedarf, wie es scheint, 
dwesdas eiisc en- Nachweises nicht, dass die Architektur, der ganzen- 
"len enz ieser Goethe-Stiftung gemäss, unbedingt mit in den Kreis der 
COIICUFTITCIIÖCY! KünSte gehört, dass somit eine Reihe von fünf Haupt- 
fächern aufzustellon und ein fünfj äh riger Turnus festzusetzen sein würde. 
Dann treten bei der Annahme, dass die prämiirten Werke (mit Ausnahme 
derer der Sculptur) in das unbedingte Eigenthum der Stiftung übergehen 
sollen, einige Bedenken entgegen. Schon bei den Werken der Malerei ist 
wenigstens in Frage zu stellen, 0b auch das Recht der ausschliessliehen 
Vervielfältigung darin mit eingeschlossen sein soll, was unter Umständen 
von nicht unwesentlicher Bedeutung sein kann; dies wäre indess durch 
eine näher regelnde Bestimmung zu erledigen. Vorzugsweise aber würden 
die entsprechenden Verhältnisse der Literatur (unter Umständen auch der 
Musik) in Betracht kommen müssen. Das prämiirte Manuscript soll ganz 
in das Eigenthnm der Stiftung übergehen und diese soll sich die aus- 
schliessliche Herziusgabe (im Fall sie sie nicht für eine erste Auflage einem 
Buchhändler überträgt) vorbehalten. Dadurch kann aber der Autor, selbst 
 Er vergisst dabei zugleich völlig, mit wie tiefem Sinne Goethe  mit 
dessen eigenthümlichen Richtungen er doch die Elemente der Stiftung in mög- 
lichst nahe Beziehung zu bringen sucht T_ schon seit seinen Jüugliugsjahren 
die künstlerischen Leistungen der Architektur aufzufassen bemüht war, während 
er (der Verf., S, 101) gleichwohl die, in der That nur ziemlich unbedeutenden 
Versuche Goethe's, sivh auch in das ihm fremde Element der Musik einzubür- 
89m, aufs Höchste üDSClliägt
        

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