Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1506780
T08 
Kritiken, 
Berichte, 
Erörterungen 
günstig zu sein; dennoch fand er auch an ihnen, vornehmlich an dem 
Schmuck ihrer Piedestale; volle Gelegenheit. freie Schönheit in poesie- 
voller Gestaltung zur Erscheinung zu bringen. Die Reliefbilder an dem 
Piedestal von Seharnhorsfs Denkmal, fast noch mehr die an dem Denk- 
mal Bülows, mit ihren kühnen Viktoriengestalten, gehören namentlich hie- 
her. Auch in manchem Einzelwerk, z. B. in seiner Danaiflenstatue, wusste 
er solchem Drange in rcizvollster Weise zu genügen. Zur erhabensten 
Schönheit gestaltet, überall in eigenthümlichster Weise belebt und überall 
von liiuternder Harmonie umspielt, wie unter Griechenlands sonnigem 
Himmel geboren, erscheinen jene sechs kolossalen Marmorbildcr der Sie- 
gesgöttinnen, wvelche das Innere der Walhalla schmücken. 
Wer endlich selbst mit Ernst und Treue strebt und schafft, pflanzt 
solches Streben auch auf Andre über. Rauch hat zahlreiche Schiller ge- 
bildet und seinen Sinn auch bei ihnen fest gemacht; Manche sind unter 
diesen, auf welche die Gegenwart ebenfalls schon mit gerechtem Stolze schaut 
Rauch wird in seinen Werken fortlcben und, wenn die eigene kräftige 
Meisterhand dereinst den Meissel von sich legen muss, noch in seinen 
Schülern fortschallen. 
Von 
der Erfindung 
neuer Baustyle. 
Bei 
Gelegenheit eines 
der 
Akademie 
Kunst- 
Kunstblatt 
1851, 
Drei Punkte stellen sich, nach unserer Ansieht, als die Ausgangspunkte 
für die künstlerische Fortbildung der Architektur dar. Ihre gegenwärtige 
Bedeutung in Betracht zu nehmen, ist gewiss nicht ohne Interesse. Diese 
Punkte sind: 
die heilige Tradition; 
das Material und die technische Construction; 
das ästhetische Vermächtniss. 
Die heilige 'l'radition, mehr oder weniger symbolischen Inhalts, ist 
für frühere, naive Kunstepochen von wesentlichster Bedeutung gewesen. 
Auch in neuerer Zeit hat inanltn dieselbe wieder anzuknüpfen versucht. 
Man hat die altchristliche Basilika, als die primitive Grundlage der christ- 
lichen Architektur, man hat die höchste Entfaltung der letztem in der 
Epoche des sogenannt gothischen Baustyles (und zwar in dessen französi- 
scher primitiver Ausbildung der Zeit um das Jahr 1200) als die festen 
Grundpfeiler für _die künstlerische Bethätigung unsrer Tage hingestellt. 
Es bedarf indess des Nachweises darüber nicht, dass die neueren Jahr- 
hunderte einen grossen Bruch mit der Tradition herbeigeführt haben, und 
es steht in Frage. wie weit jenes erneute Anknüpfen sich als lebensfähig 
erweisen wird. Jedenfalls ist dies Verhältniss ein wesentlich verschie- 
denes von dem der alten Zeiten (der christlichen wie der vor-christlichen),
        

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