Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1506749
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läerichte, 
Kritiken 
Erörterungen. 
die sich hier nur als junge Blüthe giebt und die künftige Frucht ahnen 
lässt, schafft demselben den eigenthümliehen Reiz und macht es zu einem 
ächten Repräsentanten eines Strebens, das zu seiner Zeit die Geister der 
edelsten Jünger der Kunst erfüllte und das wir heutiges Tages nur  
aber freilich mit allem Ernst  zu bekämpfen haben, wenn es in 
greiseuhafter Erstarrung dem stets neu qucllenden Leben seinen Raum 
nimmt. 
In der Herausgabe von E. Speckteüs Briefen aus Italien (die jedem 
Künstler und Kunstfreunde bekannt sein werden), und zwar am Schlüsse 
der Einleitung, ist bemerkt, dass es die Absicht gewesen sei, seinen künst- 
lerischen Nachlass herauszugeben, dass man dies aber aus mehreren Grün- 
den habe unterlassen müssen. Die Veröffentlichung des eben besprochenen 
Blättchens lässt uns dies aufs Neue schmerzlich bedauern. Es gehört mit 
zum Erfreuliehsten, die Gcsammt-Wirksamkeit eines Künstlers in einer- 
Nachbildung seiner Werke, wenn auch leicht, doch nur mit künstlerischem 
Verständniss gearbeitet, überschauen zu können und ihr Bild in solcher 
Weise der Nachwelt erhalten zu wissen, und doppelt wichtig ist dies, 
wenn der Künstler, wie E. Speekter, dem Kreise seiner Thätigkeit zu früh 
entrissen wurde. Möchten seine Freunde doch noch die Gelegenheit finden, 
das, was schon beschlossen war, in irgend einer passlichcn Weise zur 
Ausführung zu bringen! 
neue Medaille 
Eine 
Berlin. 
Fischer in 
Karl 
VOll 
Kunstblatt 
1850, 
Von Karl Fischer ist kürzlich eine neue Medaille geschnitten wer- 
den, die uns einmal wieder den erfreulichen Beweis giebt, dass unsre. 
Medaillenarbeit noch immer nicht ganz vergessen hat. dass sie ein Fach 
der Kunst bildet. Es ist die kleinere der beiden Medaillen, welche von 
höchster Instanz zur Anerkennung für ausgezeichnete gewerbliche Lei- 
stungen verliehen werden sollen. Sie hat etwas über lila Zoll im Durch- 
messer. Auf dem Avers selten wir, von einem zierlich leichten Blätter- 
kranze umfasst, das Proiilbild des Königs. Das letztere ist offenbar (ebenso 
wie das Bild des Königs auf der Medaille, die Fischer unlängst auf die 
silberne Hochzeit unsres Herrscherpaares gearbeitet hatte), obgleich die 
Beischrift fehlt, von Fischer selbst nach dem Leben modellirt. Fischer 
hat überall eine charakteristisch eigenthümliche Auffassung des Kopfes des 
Königes; er scheint nicht sowohl darauf auszugehen, das Besonderste der 
Individualität, als vielmehr die allgemeineren Grundzüge der Form wie- 
derzugeben. Diese Bildnisse sind daher nicht von sogenannt frappanter- 
Aehnlichkeit, wohl aber von einer gewissen Classicität des Styles, die, 
was mir zumeist beachtenswerth erscheint, den Geschleclitstypus unsres 
Herrscherhauses, die Grundbiltlrlng des Hohenzollernkopfes, hervorhebt. 
Dies ist ein Lob, das den etwanigen Tadel keinesweges unterdrücken soll; 
denn das ausschliesslich Individuelle könnte und sollte auch bei dieser
        

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