Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1506719
Bildnisse 
Deutschen. 
berühmter 
701 
beiden folgenden Blätter herrühren), ein in jeder Beziehung nieisterliches 
und erfreuliches Blatt. Lessings Erscheinung ist hier ohne Zweifel in der 
glücklichsten Epoche seines bewegten Lebens festgehalten worden: die 
sprechende geistvolle Lebendigkeit dieses edlen Kopfes" verräth Gratis 
ganze Meisterhand. Der Stich ist in schönster Gediegenheit durchgeführt, 
voll Saft und Kraft, Festigkeit und Schmelz und mit der Nadel dem 
Wechsel der Farbentöiie glücklich nachgehend.  Das zweite Blatt ist 
Göthe, nach einem Porzellangemälde von Sebhcrs. Das Bild ist vom 
Jahre 1826, Göthe also Wjährig dargestellt. Das ist schon eine bedenk- 
liche Wahl, da wir in dem Dichter des zweiten Theiles des Faust  trotz 
aller gründlichen Achtung auch vor diesem Werk  doch nicht mehr den 
glorreichen Titanen unsrer Literatur finden. Sebbers aber hat (nach dem 
vorliegenden Blatt zu urtheilen) in diesem Bilde auch nicht einmal den 
Dichter dßsßwßitell Faust, SOHdcrn, bei aller materiellen Aehnlichkeit der 
Züge, nur einen milden alten Mann gemalt. Wir mussten in der Sammlung 
statt dessen den Dichter des ersten Faust, der Iphigenie u. s. w. finden. 
     
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nicht hinads.  Das dritte Blatt ist Winckeldianu, nach einem in Wei- 
inar befindlichen Gemälde von Maron. Auch dies will. den Beschaucr 
nicht recht alllElllllell.  Abgesehen davon, dass die Stellung der Augen 
gvledlßlßllllylm WGÜISÄIIIISS. zum Knochenbaii) schwerlich richtig sein dürfte, 
so 1st 913'115 P1511168: lnsipidcs darin; wir kennen uns den grossen Pro- 
Egägellsttgfä Sclllonhteit müht] so unmäänlich vorstellen. Der, ebenfalls sorg- 
 sc 18111 auc icr mit er Unbeh l" l 1'     
Kampfe gelegen zu haben. ag icikcit des Originals im 
und i; grlsltteglglättätig goblei] eailrilän, (Lfienbar so mit Liebe unternommenen 
g n sc on documentirten Unternehmen diese 
Ausstellungen machen zu müsse E   
  T1; s mag sehr schwer sein, überall die 
entsprechende" Originale allfllltfßlbell, aber doch wird darauf zunächst der 
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x frhdeeq falnz? bEruheu"Be1 flßul rüstlgen Betriebe des Werkes dürfen 
w" _1 S5 "r m 0136 CIII moglichstes Vermeiden solcher Uebelstände 
gewiss erwarten. 
Die 
Der 
1849. 
Albanerin. 
Jahr 
Albrecht-Dürer-Verein seinen Mitgliedern 
N. de Keyser p. Fr. Wagner so. 
das 
für 
Kunstblatt 
1850, 
Nicaise de Keyser ist Virtuos par excellonce. Er weiss, worauf die 
Wirkung des Virtuosen beruht, und cr hat alles Vermögen, diese Wirkung 
zu erreichen. Er hat sich, seitdem er sein früheres Streben nach gewalt- 
samer Kühnheit (wie in dem grossen Bilde der Schlacht von Worringexi) 
bei Seite gelegt, der Elemente der Grazie bemächiigt und erscheint in der 
Feinheit der Linienführung, in dem weichen Schmelz der Farbe, in den 
kosenden Spielen des Halbdnnkels so vollendet, dass es nichts Liebens- 
Würdigercs geben kann. Sein Ruhm steht auf festen Säulen, so weit nur
        

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