Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1500282
Berichte, 
Kritik an, 
Erörterungen. 
tcn und kunstreich ausgelegte Dolche; da ist das schlimme Gewerbe ein 
wildes, gefährliches Spiel. Anders bei dem Mann auf Lessings Bilde, der 
auf dem Felsvorsprunge ruht und das Haupt in schweren Gedanken stützt! 
er ist nicht ein Räuber aus Beruf, er ist einer geworden; die Leute 
unten, die in der schönen Landschaft zu seinen Füssen wohnen, haben ihn 
und den Knaben an seiner Seite geächtet, dass er in den Klüften des 
Gebirges seine Zuflucht suchen muss; es ist ein Rachekrieg, den er mit 
den Bewohnern der Ebene führt. Daher kein verwegener Trotz in seinen 
schmerzhaft gepressten Zügen, aber auch keine Pein des Gewissens; daher 
kein launiger Putz in seiner Kleidung, aber freilich, wie einfach sie sei, 
auch keine barbarischen Lumpen. Man hat die fast bürgerliche Kleidung 
des Räubers getadelt, aber man hat sich nicht bemüht, das Bild, wie es 
ist, zu verstehen. 
Was die Technik des vorliegenden Steindruckes betrifft, so ist derselbe 
auch in dieser Beziehung nur zu empfehlen. Der Zeichner hat das Ori- 
ginal in seinen einzelnen Theilen wohl verstanden und mit Geschick und, 
wo es nöthig war, mit Resignation wiederzugeben gewusst; es liegt eine 
gewisse Entschiedenheit in seinen Strichen, die auf den Beschauer nur 
einen wohlthätigen Eindruck hervorbringt, und die wir einer weichlichen 
Nachtüpfelung ebensosehr vorziehen, als einer, anderweitig für genial aus- 
gegebenen renommistischen Eliektmanier. Auch der Druck ist rein und 
klar. Wenn in einigen wenigen Partieen des Vordergrundes etwas Dis- 
harmonisches (namentlich in einigen zu starken Schatten) vorhanden ist, 
so liegt der Grund wohl darin, dass der Zeichner sich vielleicht eines 
dunkler gefärbten Steines bediente, ein Umstand, der nicht genug berück- 
sichtigt werden kann, indem der dunklere Grund des Steines die Wirkung 
der Zeichnung auf dem hellen Papier im Voraus kaum berechnen lässt. 
Illustrations of modern sculpture. A series of Engravings, with 
descriptive prose, and illustrative poetry by T. K. Hcrvcy. London 
Charles 'l"i1teLc., 1832 etc. 
(Museum 
1833 , 
Ein Unternehmen, welches die Absicht hat, in einer Reihe englisch- 
prachtvoller Knpferblätter eine Uebersicht und Gesammtdarstellung der 
modernen Scnlptnr zu liefern. Es erscheintuin Heften (in imperial 4), 
das Heft mit drei Knpfern und nbeschreibeyndem [jext in Prosa und "er- 
lauterndem in Versen. Lwe1 von den Ixupfern Jegliches Heftes stellen 
Werke englischer Bildhauer, das dritte das eines Ausländers dar. Die drei 
Eorlicgeäden Hefte entäialten Sculäturäzln vonlgVestmacott, Flzsrman, Shanträy, 
a1 Y 316W V01l 3110113 1111 orwa sen- in dem erzeic IIISS er 
folgenden Hefte werden, ausscr mehreren anderxi Engländern noch ein Paar 
Franzosen, von deutschen Künstlern aber nur der einzige (Rudolph) Scha- 
dfJW, mit seinci-Spinnerin, genannt. Daraus folgt, dass an ein allgemeines 
511d moderner Sculptur bei diesem Werke nicht wohl zu denken ist; nur
        

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