Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505849
Künstler 
Jugend, Roman 
Menzel. 
aus dem Leben. Von 
Berlin 1848. 2 Bände. 
Carl August 
(Kunstblatt 
1847. 
Dies Buch ist von einem praktischen Künstler geschrieben, dem Uni- 
versitäts-Bauinspector Menzel zu Greifswalde, der sich durch eine uner- 
müdliche ölfentliche Thätigkeit, in der Herausgabe der mannigfaltigsten 
baulichen Entwürfe und in schriftstellerischen, die Bauwissenschaft betref- 
fenden Werken den Fachgenossen bekannt gemacht hat. Der Roman, der 
uns hier dargeboten wird, hat im Allgemeinen die Stellung der heutigen 
Kunst zum heutigen Leben zur Aufgabe; dies wird an der bunt ineinander 
verzweigten Jugendgeschichte einer Anzahl von Künstlern, welche den vep- 
schiedenen Kunstfächern angehören, dargestellt. Das Buch hat einen 
eigenthümlichen kulturgeschichtlichen Werth; von gewissen Momenten des 
Kunstlebens unserer Zeit ist darin ein zumeist sehr lebendiges Bild ge- 
geben. Freilich nicht von dem llöchsten, nicht von dem Wesentlichen 
der Kunst. Dem vorgehefteten Prospectus zufolge erwartet man in dem 
Buche zunächst unmittelbar Bezüge auf die gesammte Entwickelnngsge- 
schichte der neueren deutschen Kunst; dies ist aber nicht der Fall; 433 
finden sich nur sehr vereinzelte, oberflächliche Andeutungen der A11; 
eine Darlegung der tieferen Gründe jener Wandlungen, welche in der 
Geschichte der neueren Kunst sichtbar werden, hat der Verfasser gar nicht 
beabsichtigt. Ueberhaupt scheint es nicht in seinem Plane gelegen zu 
haben, die  ob auch seltene  innere Grösse des Künstlerthums, das 
sich der Herrschaft über die Gemüther der Menschen zu bemächtigen weiss 
oder an wlderwärtigen Verhältnissen tragisch untergeht, zur Erscheinung 
zu bringen; er hat es nur mit der zahlreichen, wenig charaktervollen 
Mittelklasse von Künstlern zu thun, deren Bestimmung es in grossen Kunst- 
zeiten ist, sich den grossen Meistern als Gesellen und Handlanger anzu- 
reihen, und die in andern Zeiten sich unbemerkt und unbeachtet in das 
Philisterium verlaufen. Letzteres ist hier der Fall; und wenn man sich 
künftig einmal über die allgemeinen Kunstzustände unserer Zeit unterrich- 
ten will und die Frage stellt, was bei uns aus jener Mittelklasse gcwor- 
den, so vermag dies Buch eine hinlänglich deutliche Antwort zu geben. 
Es geht eine eigne, zum Theil wohl kaum bewusste oder beabsichtigte 
Ironie dilrch dasselbe, die um so mehr wirkt, je naiver, je frischer aus 
dem Leben gcgritien die meisten Schilderungen sind. mag der Verf. auch 
mit etwas zu grosser Sammlerleidcnsehaft auf die barocken Erscheinungen 
der Philistcrwelt, deren sicherer Hafen die sämmtlichen Helden des Ro- 
mans aufnimmt, ausgegangen sein.
        

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