Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505810
Preussens Monarchen. 
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ansserhalb eingeführten fremdländischen , oft. genug die Unterdrückung 
Deutschlands feiemden Gegenstände noch immer vorherrschen, so werde" 
wir es doppelt anerkennen müssen, dass hier, bei Vcrtheilung eines Kunst- 
blattes an die Mitglieder eines ansehnlichen Kunstvereins, die Wahl auf 
ein Bild von so edlem vaterländischen Interesse gefallen ist. 
Preussens Monarchen. Sieben nach den besten Originaigemälden 
lithographirte Bilder nebsbhistorischer Einleitung. Ilerailsgegeben von 
Rudolph Freiherrn v. Stillfried-Rattonitz, k. Kammerherrn und 
Vice- Oberceremouienmeister. Berlin, in der Gropiusfsuhen Buch- und 
Knnsthandlung (C. Reimarus). 1847. F01. 
(Kunstblatt 
1847 
Der um die Geschichte des preussisehen Königshauses und des Hohen- 
zollernschen Geschlechtes überhaupt vielfach verdiente Herausgeber hat 
unter vorstehendem Titel ein Werk veröffentlicht, das zunächst zvrar eben- 
falls dem patriotisch (ireussischen Interesse gewidmet ist, doch auch im 
weiteren Bezuge  für die Anschauung ausgezeichneter historischer Per- 
sönlichkeiten, für die Art und Weise der auf Repräsentation berechneten 
Portraitdarstellung im Laufe von zwei Jahrhunderten, für den Gang der 
künstlerischen Behandlung innerhalb dieses Zeitraumes und bei Gegen- 
ständender betreffenden Gattung,  ebenfalls nicht ohne erhebliche Wich- 
Üßke" 15,3  ES Sind die Bilder der Beherrscher des preussischen Staates 
von der Leit des grossen Kurfürsten Friedrich Wilhelm ab, d. h. von jener 
Zeit, da der preussische Staat (aus der Vereinigung Brandenburgs und 
eines von fremde? Macht unabhängigen Preussens erwachsend) in die Reihe 
der Mächte von europäischer Bedeutung eintrat. Sämmtliche Darstellungen 
sind aus dem ungemein reichen "Vorrath der Bildnisse ausgewählt, welche 
in den königlich preussischen Schlössern zerstreut sind und ihrer Zusam- 
menstellung zu einer grossen Gallerie von seltenster und umfassendster 
historischer Bedeutung noch immer entgegenharren. Der Unterzeichnetc, 
mit diesen Schätzen zufällig näher bekannt, kann es bezeugen, dass der 
Herausgeber überall mit sicherem Takt die gediegensten und für seinen 
Zweck geeignetsten Originale zur Darstellung genommen hat. 
Es sind sämmtlich Bildnisse in ganzer Figur und, bis auf eine Aus- 
nahme, in stehender Stellung. Das erste ist das des grossen Kurfürsten, 
nach einem (besonders auch in der Färbung) sehr ausgezeichneten Ge- 
mälde von Nason, einem sonst nur wenig bekannten Holländer der zwei- 
ten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts, der zu jenen holländischen Künst- 
lern gehört zu haben scheint, wekhe, wenigstens zeitweilig, von Friedrich 
Wilhelm nach Berlin berufen wurden. Es ist ein Bild fürstlich conven- 
tioneller Repräsentation im Charakter jener Zeit; der Kurfürst steht da, 
vollständig gepanzert (wie er sich im Leben wohl schwerlich norßh trug), 
über dem Panzer den Kurfürstenmantel, mit zierlich gesticktem Halstuch 
und tief auf die Brust niederfallender Lockenperrücke, die Hand auf den
        

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