Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505801
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Berichte, 
ICritikeu, 
Erörterungen. 
meist nur sehr kurz und zum Theil wenig befriedigend aus. Sehr beher- 
ziguugswerth scheint dagegen, was er über die Anleitung zur Composition 
sagt, indem er'auch hier, statt auf Beobachtung abstraeter Regeln, vor 
Allem auf Beobachtung der Natur und des Lebens in seinen wechselnden 
Erscheinungen dringt. 
ich kann nach allem diesem den in der Schrift des Herrn Wald- 
müller enthaltenen Prineipien keineswegs unbedingt huldigen; gleich- 
wohl halte ich dieselbe für einen werthvollen Beitrag zu den neueren 
ltlrörterungen über die Gestaltung des Kunstunterriehts, da sie mit Geist 
und reiner Liebe zur Suche geschrieben ist, wirkliche Uebelstände auf- 
deckt und, auch wo sie den Widerspruch hervorruft, doch zum weiteren 
Nachdenken reizt. Jedenfalls ist das Ziel, das er erstrebt, das richtige; 
dass der Künstler leichter und rascher schatfen lernen müsse; nur dass ich 
der unmaassgebliehen Ansieht bin, dies Ziel sei nur auf einer sehr gründ- 
lichen und ernst behandelten Basis zu erreichen. Die Suche selbst aber 
hat. wie ich glaube, noch eine andre, ganz ernsthafte Seite iür die äussere 
Lebensstellung der Künstler. Unsre Künstler schaffen im Allgemeinen (und 
vornehmlich vielleicht desshalb, weil die alten Sehultraditionen abgerissen 
sind) zu mühsam, zu langsam. Sie brauchen zu dem einzelnen Werke. 
wenn dasselbe überhaupt gediegen sein soll, mehr Zeit wie die Alten, 
müssen es sich mithin theurer bezahlen lassen und linden in Folge dessen 
weniger Absatz. Die Alten, die sich in ihrer Hand vollkommen sicher 
fühlten, malten bei- gleicher oder grösserer Gediegeuheit de;- 
Arbeit schneller und forderten (einzelne besondre Ausnahmen abgereeh- 
net) zumeist ungleich geringere Preise, auch nach den Geldverhältnissen 
ihrer Zeit. Mir scheint, dass wenigstens ein Theil der Klage über den 
mangelnden Kunstsinn unsrer Zeit hier seine Auflösung lindet, und dass 
es somit nicht einzig und allein Sache des Publikums , des Volkes sein 
möchte, wenn ein andrer und besserer Zustand herbeigeführt werden sol]_ 
Vcrtheidigung einer Tyroler-Familie im Kriege 1809. 
schlesische Kunstverein seinen Llitgliedern. Gem. von M. Müller. 
von Fr. Jentzen. 
Der 
Li! h  
(Kunstblatt 
Es ist jene bekannte ausgezeichnete Coniposition von C. F. Moriz 
Müller in München, die den Heroismus des tyrolisehen Volkes in seinem 
Kampfe gegen die Franzosen in einer schlichten Genrescene vergegenwär- 
tigt, und die uns hier in einer wohl durchgearbeiteten Lithographie sehr 
bedeutenden Maassstabes U83], Zoll breit bei etwa 23 Zoll Höhe) vorge- 
führt wird: das Schindeldach eines 'l'yroler Bauernhauses, auf dem Män- 
ner, Weiber und Knaben versammelt sind, mit dem Feuer ihrer Stutzen 
und mit den, zum Festhalten der Schindeln bestimmten Felssteinen, den 
andringenden Feind abzuwehren. Wenn wir bedenken, wie sehr in un- 
serm Kunsthandel bei Darstellungen historischer Begebenheiten die von
        

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