Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505727
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als 
Kunst 
Die 
Gegen stau d 
der Staatsverwaltuxxg. 
ältere und das neuere Drama bestimmt geschieden und jenem eine 
besondre Bühne angewiesen würde, in welcher die jedesmal erforder- 
lichen scenischen Einrichtungen zu Grunde gelegt wären und bei der jener 
verwirrende Standpunkt des Urtheils von vornherein ausgeschlossen bliebe. 
Beide Bühnen würden zu einander in einem ähnlichen Vcrhältniss stehen, 
wie etwa eine Sammlung neuerer und eine Gallerie älterer Gemälde, bei 
denen der gebildete Sinn alles Durcheinandermischen ebenfalls unbedingt 
vermeiden wird. Dass überhaupt die älteren Dramen, auch in ihrer sceni- 
scheu Einrichtung, noch gegenwärtig sehr wohl ausführbar und den mäch- 
tigsten Eindruck hervorzuhringcn geeignet sind , haben die wenigen Repro- 
ductionen von solchen, die neuerdings bei der hiesigen Königl. Bühne auf 
Befehl Sr. Majestät des Königs stattgefunden, zur Genüge bezeugt. Die 
Grenzlinie zwischen älterer und neuerer dramatischer Poesie wäre dabei 
ohne Schwierigkeit zu ziehen, indem, der Entwickelungsgeschichte der 
Poesie entsprechend, etwa das, was im Laufe der letzten hundert oder 
achtzig Jahre entstanden ist, der letzteren zuzuzählen sein dürfte. Das, 
was jenseits dieser Grenzlinie läge, würde aber ein überaus reiches Ma- 
terial gewähren, um eine Fülle älterer Meisterwerke aufs Neue zu Tage 
zu fördern, die dem Volke den edelsten Genuss und eine maassvolle Bil- 
dung, zugleich aber der Bühne der Gegenwart die würdigsten und gross- 
artigsten Musterbilder geben könnten. Eine Heilung der heutigen Bühne 
von ihren vielfachen Gebrechen möchte in der That durch eine solche 
Gegenüberstellung, deren Bedürfniss sich völlig unbefangen aus der Be- 
trachtung des allgemeinen Sachverhältnisses ergiebt, am Ersten möglich 
gemacht werden.  
Berufung von 
Sachverständigen. 
VOII 
Commissionen 
Um sich schliesslich in allen Beziehungen der artistischen Verwaltung 
auf den höchsten Standpunkt des Urtheils zu stellen, um sich wirklich 
zum Ausdruck der möglichst vollkommenen KlHlSi-llltßlllgelll zu machen, 
bedarf die Staatsregierung für die einzelnen vorkommenden Fälle mög- 
lichst zuverlässiger Gutachten von Sachverständigen. Die zu diesem Be- 
hufe bestellten Commissionen müssen diejenigen Männer in sich vereini- 
gen, denen man für die betreffenden Punkte ein möglichst unbedingtes 
Vertrauen schenken kann. Die Zusammensetzung der Commissionen hängt 
von den verschiedenartigen Zwecken, denen sie gewidmet sind, ab; um zu 
verhüten, dass die Ansichten der Oommissionen nicht in sich erstarren, 
um ihnen stets neues Lebenselement zuzuführen, zwischen diesem Ele- 
mente der Bewegung und den andern, stabilen Elementen aber zugleich 
das angemessene Verhältniss festzustellen, bedarf es einer gesetzlichen, je 
nach dem Zwecke der Commissionen entwickelten Organisation. Je inni- 
ger mit den, der einzelnen Commission vorgelegten Fragen das technische 
Element zusammenhängt, je aussehiesslicher es sich um letzteres han- 
delt, um so entscheidender muss natürlich das Gutachten der Commis- 
siOn sein. 
Als Commissionen solcher Art für die bildenden Künste (für Ar- 
chitektur, Sculptnr und Malerei mit ihren Nebenfächern) und für die
        

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