Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505692
Veranlassung 
Ausführung 
Zlll" 
V01) 
Kunstwerken 
etc. 
599 
Sehr wichtig würde es sodann sein, dafür zu sorgen, dass diejenigen 
unter den neuentstehenden Dicht- und Musikwrfken, Welche Zur öffent- 
lich en Aufführung durch einen Verein mehrfacher künstlerischer Kräfte 
bestimmt sind und sich durch ihre Gediegcnheit auszeichnen, auch wirklich 
zur Aufführung gebracht werden, indem erst hicdurch ihre volle Wirkung 
eintreten kann. Rücksichtlich der hieher gehörigen unter den eben erwähnten 
rämiirten Werken könnte festgesetzt werden, dass mit der Prämiirung zu- 
gleich die öffentliche Aufführzung durch die entsprechenden öffentlichen 
Anstalten (falls eine solchenicht schon vorher stattgefunden) ärfglgte. Bkn 
Uebriven wird es freilich diesen Anstalten, sofern sie von der ö eren e- 
hördcc abhängen, nur, im Allgemeinen zur Pflicht zu machen sein, das gute 
Neue so viel als möglich zu berücksichtigen. Der äussere Lohn, der SlCll 
dabei für Dichter und Componisten ergäbe, ist zunächst durch das Gesetz 
vom 11. Juni 1837 bedingt, indem dasselbe (E 32) die öffentliche Auffüh- 
rung eines solchen Werkes ohne Bewilligung des Urhebers untersagt, doch 
nur, so lange das Werk ungcdruckt ist. Bei öffentlichen Anstalten zur 
Aufführung von Dicht- oder Musikwerken, die nicht aus Speculatiotn, son- 
dern, zur öffentlichen Beförderung der Kunst und des Kunstsinnes egrün- 
der sind, dürfte es unter Umständen angemessen sein, an jene Prärgiiirttägen 
anknü fend dem Urheber eines jeden neuen Werkes, das sonst ei i nen 
zur Agflührtlng gebracht wird und dessen Erfolge sich bewähren, gleich- 
viel ob dasselbe gedruckt sei oder nicht, ein irgendwie entsprechendes 
Anerkenntniss zu Theil werden zu lassen. Auch hiefür dürften die erfor- 
derlichen Normen leicht festzusetzen sein.  
Die öffentliche Conservation und Sammlung der Dichtwerke, 
als solcher Gegenstände, welche der allgemeinen Literatur angehören, ist 
Sache der öffentlichen Bibliotheken. Die musikalischen Composi- 
tionen werden auf dieselbe Weise für den öffentlichen Bedarf erhalten 
und gesammelt. In der musikalischen Abtheilung der König]. Bibliothek 
zu Berlin ist ein, schon höchst umfassendes Institut solcher Art gegründet.  
Der Berücksichtigung der künstlerischen Erfindung in Dicht- und Mu- 
sikwerken steht die Sorge für gediegene künstlerische Ausfüh- 
rung derselben, sofern die letztere auf der Vereinigung mehrfacher Kräfte 
beruht, entgegen. Da hiedurch die betreffenden Werke eigentlich erst ins 
Leben treten und ihre tiefere Wirkung auf das Volk gewinnen, so sind 
auch die zu diesem Zweck erforderlichen Anstalten wesentlich geeignet, 
einen Gegenstand der Fürsorge von Seiten des Staates auszumachen. 
Als im lnlande vorhandene Anstalten, die hiebei in Betracht kommen 
können, sind anzuführen: 
Die Königl. Kapelle, namentlich sofern dieselbe in den von ihr 
veranstalteten Symphonie-Soirecn die Instrumcntal-Compositionen der Mer- 
ster zur Ausführung bringt. 
Der Königl. Dom-Chor (als Unterrichts-Anstalt schon im Obigen 
unter dem Namen der Dom-Gesang-Schule aufgeführt), zur Ausführung 
kirchlicher Vokal-Musik, der sich indess an die näheren Zwecke der 
Köni l. Hof- und Dom-Kirche zu Berlin anschliesst und nicht eigentlich 
zu ilän Aufführungen entsprechender Art für allgemeine Kunstzwecke be- 
stimmt ist.  Ein unter Leitung der höheren Behörde stehendes Institut, 
welches die Pflege der Vokal-Musik ernsten Styles für allgemeine Kunst- 
zwccke zur Aufgabe hätte, ist in Berlin nicht vorhanden. Ersetzt wird 
dieser Mangel nur, und in nicht genügender Weise, durch verschiedene
        

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