Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kleine Schriften über neuere Kunst und deren Angelegenheiten
Person:
Kugler, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1499400
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1505635
Veranlassung zur Ausführung 
VOH 
Kunstwerken 
593 
erschienen sind, ebenfalls bewilligt würde. Eine analoge Einrichtung findet 
sich im Inlaude schon in jener Allerhöchsten Bestimmung, wonach dem 
vorzüglichsten deutsch geschriebenen NVerke über deutsche Geschichte, 
welches je von fünf zu fünf Jahren im Druck erschienen ist, eine ähnliche 
Auszeichnung, durch eine eigens zu diesem Zweck geprägte goldne Me- 
daille, zu Theil werden soll. i) In Betreff der musikalischen Composition 
würden die Vorschläge hiezu naturgemäss von der musikalischen Section 
des Senates der König]. Akademie der Künste ausgehen; in Betr-elf der 
Dichtkunst aber würde es einer besondern Commission Sachverständiger 
von ähnlicher Einrichtung bedürfen, über die später (da eine solche 
auch noch für andre Fälle nöthig sein dürfte) die nähere Andeutung ge- 
geben werden wird. 
Mit jener Medaille für deutsche Geschichtswerke soll übrigens zu- 
gleich die Ertheilung einer Geldprämie von 1000 Rthlr. verbunden sein. 
Inwiefern dergleichen auch für musikalische Compositionen und Dicht- 
werke wünschenswerth, wird sich besser im Folgenden, im Vergleich mit 
den entsprechenden Verhältnissen bei den übrigen Künsten, darlegen lassen. 
Ausführung von Kunstwerken, und Sorge 
Geltendmachung der Werke älterer Kunst. 
Veranlassung zur 
Erhaltung und 
für 
Die nnrnittelbarste Einwirkung auf die Kunst besteht naturgemäss in 
der Veranlassung Zlll" Ausführung von Kunstwerken, indem erst hiedurch 
jene Wechselwirkung zwischen Verlangen und Schaden sich bildet, welche 
ein eigentliches Kunstleben im höheren Sinne zur Folge hat, 
Das Kunstwerk kann, le-lläßll den Zwecken des Privatlebens und 
nach denen des öffentlichen Lebens, sehr verschiedenartige Bestimmung 
haben. Ausführungen für das Privatleben zu veranlassen, ist im Allge- 
meinen nicht Sache des Staates; nur insofern in jenen, auf Rechnung des 
Staates betriebenen technischen Kunst-Anstalten Arbeiten geliefert werden, 
die für das Privatleben geeignet sind, findet eine solche Einwirkung statt. 
Für das öffentliche Leben können Veranlassungen der Art von Seiten des 
Einzelnen oder durch frei zusammentretende Vereine oder durch Com- 
munen erfolgen; ebenso aber und vornehmlich wird auch der Staat, als 
höchster Ausdruck der Gesamrntheit des Volkes, zu Veranlassungen für 
den letzteren Zweck berufen sein. Wenn überhaupt die Kunst für die 
geistige Erhebung des Menschen so wesentlich mitwirkt, wenn diese Er- 
hebung nicht bloss dem bevorzugten Einzelnen, sondern wo möglich der 
Gesammtheit des Volkes zu Theil werden soll,_ so muss Etwas da sein, 
worauf sie sich begründe. Kunstlehre, Beförderung des artistischen Be- 
triebes, Anerkennung des künstlerischen Strebens können in dieser Bezie- 
hung doch nur mittelbar und vorbereitend wirken; zum wahren Bewusst- 
1) Vergl. das König]. Patent vom 
Königl. Preuss. Staaten, N0. 32.) 
Kugler, Kleine Schriflun. III. 
Juni 
1844. 
für 
(Gesetz-Sammlung 
38 
die
        

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